Wie viele sprichst du schon?

Von diesen Sprachen profitieren Juristen


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 18.12.2019


Wer als Jurist kein Englisch spricht, der hat in der Regel schlechte Karten. Denn auch in österreichischen Kanzleien ist die Weltsprache meist unverzichtbar – beispielsweise, weil internationale Mandanten betreut werden oder weil die Kanzlei zwar einen Sitz in Österreich hat, aber eigentlich international aufgestellt ist. Gutes Englisch gilt dementsprechend als Grundvoraussetzung für eine Karriere in den meisten Kanzleien. Will man also mit Sprachkenntnissen glänzen, muss man mehr bieten können. Abhängig vom Berufswunsch ist sogar eine zweite Fremdsprache unabdinglich. Deshalb sollten besonders zielstrebige künftige Anwälte schon während des Studiums oder besser sogar schon während der Schulzeit Sprachkurse belegen und Auslandsaufenthalte planen. 


Braucht man wirklich eine dritte Sprache?

Natürlich ist es sehr zeitintensiv, eine neue Sprache zu lernen und umso älter man wird, umso schwieriger wird es auch. Wer also schon in jungen Jahren eine Zweit- oder Drittsprache gelernt hat, der darf sich glücklich schätzen. Diejenigen, die nicht so viel Glück hatten, haben nun die Qual der Wahl. Doch lohnt es sich überhaupt, noch eine Sprache zu lernen? Und wenn ja, welche? 

Prinzipiell kann gesagt werden, dass das Sprechen einer Fremdsprache neben Englisch immer Vorteile mit sich bringt. Selbst wenn die Sprache im Arbeitsalltag nicht gebraucht wird, ist sie oftmals ein Alleinstellungsmerkmal. Wer allerdings beruflich keine weitere Sprache benötigt und auch keinen Spaß oder kein Talent beim Erlernen einer solchen hat, der sollte Kosten und Nutzen abwägen und es in Betracht ziehen, seine Zeit lieber in eine fachliche Qualifikation zu stecken. Denn um eine neue Sprache so gut zu beherrschen, dass sie in einem professionellen Umfeld benutzt werden kann, muss man einen hohen Zeitaufwand in Kauf nehmen. 
 


Keine sprachliche, sondern lieber eine berufliche Herausforderung?

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In einigen Berufszweigen kann eine Fremdsprache allerdings große Vorteile mit sich bringen und gar zum Einstellungskriterium werden. In diesem Fall lohnt sich eine fachspezifische Ausbildung in der jeweiligen Sprache, die besonders auf ein juristisches Vokabular ausgerichtet ist. An einigen Universitäten werden entsprechende Kurse angeboten und im Idealfall folgt diesem Sprachkurs dann ein Auslandsaufenthalt oder -studium, in dem die erworbenen Kenntnisse angewandt werden können. Diese Sprachen lohnen sich für Jusstudenten:


Chinesisch – die etwas andere Weltsprache

Wer Chinesisch sagt, meint meist Mandarin, eine Dialektgruppe, die von der Mehrheit der Chinesen gesprochen wird. Mandarin ist aufgrund des Schriftsystems und der von Deutschen sehr unterschiedlichen Lautbildung und Grammatik schwer zu erlernen. Wer es aber schafft, der hat einen großen Vorteil: Nicht nur hat er eine Menge Durchhaltevermögen und Entschlossenheit bewiesen, er spricht auch die Sprache, die heute schon wichtig und in der Zukunft noch wichtiger sein wird. 

Besonders im wirtschaftlichen Bereich ist Mandarin gefragt. Chinesische Firmen drängen auf den Weltmarkt und sind somit auch für österreichische Kanzleien sehr relevant. Wer dazu noch einen Auslandsaufenthalt und somit ein Verständnis der chinesischen Kultur mitbringt, der sollte bei vielen Wirtschaftskanzleien hoch im Kurs stehen.
 


Worauf kommt es neben Sprachkenntnissen an?

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Europäische Sprachen – die Klassiker

Es muss gar nichts Ausgefallenes sein – auch die Sprachen, die viele schon in der Schule gelernt haben, können im juristischen Arbeitsalltag sehr nützlich und gefragt sein. Vorausgesetzt natürlich, man spricht sie sehr gut, denn hier ist auch die Konkurrenz deutlich größer als beispielsweise bei Mandarin. 

Da es für EU-Bürger viele Möglichkeiten gibt, auch außerhalb des eigenen Landes beruflich aktiv zu sein, ist es besonders praktisch, eine europäische Sprache zu sprechen. Viele Kanzleien haben auch einen Sitz in anderen europäischen Ländern und fördern den internen Austausch. Doch auch die EU selbst ist ein attraktiver Arbeitgeber für Juristen. 

 

  • Französisch

Wahrscheinlich die wichtigste europäische Sprache neben Englisch ist Französisch. Sie ist nicht nur Amtssprache der EU, sondern neben Englisch auch die einzige Arbeitssprache der Vereinten Nationen. Wer also auf europäischer Ebene erfolgreich werden möchte, der sollte die Bedeutung von Französisch auf keinen Fall unterschätzen. 

Doch nicht nur bei der EU und den Vereinten Nationen ist Französisch gefragt. Auch zukünftige Diplomaten sollten der Sprache besondere Aufmerksamkeit schenken. Denn Französisch wird natürlich nicht nur in Frankreich gesprochen – neben Belgien und der Schweiz, in denen Französisch eine offizielle Sprache ist, sind auch viele afrikanische Länder infolge der Kolonialisierung französischsprachig bzw. haben Französisch als Amtssprache. Diplomaten mit entsprechenden Sprachkenntnissen haben also hier einen klaren Vorteil.

 

  • Spanisch und Portugiesisch

Wie Französisch ist Spanisch eine sehr weit verbreitete Sprache und allein schon deshalb auch besonders nützlich. Nicht nur in Europa und Süd- und Mittelamerika kann man von Spanischkenntnissen profitieren, auch in den USA ist es, dank der großen Zahl an lateinamerikanischen Einwanderern, eine nicht zu unterschätzende Sprache. 

Auch Portugiesisch hat eine große Anzahl an Muttersprachlern, die sich nicht nur in Portugal oder Brasilien, sondern auch in einigen afrikanischen Ländern und sogar in Asien befinden. 

 


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Abseits der Klassiker – auch diese Sprachen haben Potenzial 

Nur weil eine Sprache weit verbreitet und beliebt ist, bedeutet das nicht, dass sie unbedingt auch die Nützlichste ist. Wie schon erwähnt bedeutet eine verbreitete und beliebte Sprache zu lernen auch, dass man viel Konkurrenz hat – auch von Muttersprachlern. Wieso also nicht eine Sprache lernen, die vielleicht auf den ersten Blick nicht auf der Hand liegt, aber doch großes Potenzial hat?

Sprachen, die einen guten Eindruck machen, sind beispielsweise Japanisch und Koreanisch, welche auch wirtschaftlich von Interesse sind, außerdem sind skandinavische Sprachen wie Dänisch, Schwedisch oder Norwegisch oder auch osteuropäische Sprachen wie Polnisch oder Tschechisch gern gesehen. Je nachdem, in welchem Feld man tätig sein möchte, sind auch Sprachen wie Italienisch, Türkisch oder Russisch gefragt. Und eine Sprache hat momentan besonders große Relevanz: Arabisch. Nicht nur wirtschaftlich ist diese Sprache relevant, auch die hohe Zahl an Asylverfahren macht Juristen mit Kenntnis der Sprache besonders begehrt.

Da internationale Mandanten oftmals kein gutes Deutsch sprechen, ist es immer hilfreich, sie auf ihrer Muttersprache zu betreuen. Und auch, wenn die Sprachkenntnisse dafür nicht gut genug sind, schaffen selbst nicht perfekte Sprachkenntnisse eine gute Vertrauensbasis und sorgen dafür, dass sich der Mandant geschätzt und sicher fühlt.  


Wer sich aus beruflichen Gründen für das Erlernen einer Fremdsprache entscheidet, sollte dabei nicht nur seine persönlichen Vorlieben berücksichtigen, sondern auch den Arbeitsmarkt im Auge behalten. Manche Sprachen sind gefragter als andere und in verschiedenen Tätigkeitsfeldern werden verschiedene Kenntnisse vorausgesetzt. Eine Sprache zu lernen ist jedoch nicht nur schwierig, sondern kann auch sehr viel Spaß machen. Man erweitert seinen Horizont, lernt eine neue Kultur kennen und bessert nebenbei seinen Lebenslauf auf – selbst wenn die gewählte Sprache im späteren Job vielleicht gar nicht zur Anwendung kommt. 
 

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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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