Welcher Typ Jurist bin ich?

Großkanzlei oder Kleinkanzlei - das ist hier die Frage…


verfasst von Carolina Kral und veröffentlicht am 11.10.2018

 

Das Studium ist abgeschlossen, die Gerichtspraxis ist eventuell auch fast beendet, was nun? Großkanzlei wie in Suits oder doch lieber in die Kleinkanzlei und in dem Fachbereich arbeiten, welchen man immer schon toll fand?

 

Großkanzlei wie im Film, aber ist es wirklich so?

Große Fernsehserien und Filme machen es vor, der Konferenzraum aus Glas, viel Gossip, Intrigen, die gesponnen werden und Mandate, die immer gewonnen werden, daneben noch ein Privatleben, das aufregender nicht sein könnte. Die Realität kann hier sehr leicht verzerrt erscheinen. Wie sieht der Arbeitsalltag in einer österreichischen Großkanzlei nun wirklich aus?

Großkanzleien sind sicherlich nährreicher Boden für Juristen, die gerne in großen Rechtsgebieten und hauptsächlich mit wirtschaftlichem Hintergrund arbeiten. Lange Arbeitszeiten und Überstunden zählen hier zur Tagesordnung und doch lieben so viele junge Juristen die Arbeit in einer Großkanzlei und würden diese niemals gegen etwas Anderes eintauschen. Denn nichts ist so bereichernd wie das Gefühl bei den ganz Großen mitzuspielen.

 

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Klein aber fein…

Kleinkanzleien sind der ideale Einstieg für all diejenigen, die sich gerne auf ein Rechtsgebiet spezialisieren möchten und diese Spezialisierung bis zur Perfektion ausleben wollen. Hauptsächlich sind zivilrechtliche Spezialgebiete in Kleinkanzleien zu finden - wie das Arbeitsrecht, das Erbrecht, das Ehe- und Familienrecht sowie einige mehr. Es gibt dort allerdings nichts, was es nicht gibt. Obwohl eine Spezialisierung vorhanden ist, kann jedes Mandat in viele weitere Rechtsgebiete übergreifen und den jeweiligen Juristen fordern in vielen verschiedenen Rechtsgebieten gute Kenntnisse vorzuweisen. In Kleinkanzleien steht der Fokus dabei auf intensivem Mandantenkontakt und dem sehr frühen Bearbeiten eigener Mandate. Die Arbeitszeiten halten sich in Grenzen und das Gehalt stimmt im Verhältnis auch. Summa summarum existiert hier eine gute Work-Life Balance.

 

Großkanzlei
Freshfields Bruckhaus Deringer LLP

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Welcher Typ bin ich nun?

Diese Fragen kann man schwer beantworten, denn jeder bevorzugt andere Arbeitsweisen, andere Gehaltsvorstellungen und legt andere Prioritäten. Ist einem die Freizeit weniger wichtig - denn “Karriere macht nur, wer viel arbeitet” - so sagt ein anderer “Die Wochenenden mit Familie und Freunden sind mir schon extrem wichtig”. Was definitiv zu bedenken bleibt ist, dass dies nie eine schwarz-weiß Entscheidung und Situation sein kann. Man kann in einer Kleinkanzlei genauso mit Arbeit überhäuft werden, wie man in einer Großkanzlei eventuell manchmal früher gehen kann.

Untenstehend findet ihr einen Vergleich mit Vor- und Nachteilen bezüglich des Arbeitsalltags in Groß- und Kleinkanzleien, welche euch bei eurer Entscheidung unterstützen kann:

 

Großkanzleien Kleinkanzleien  
   
Vorteile Vorteile
  • sehr strukturiere Karriereaussichten, nach Jahren der Berufserfahrung und Arbeitsweise gegliedert

  • Karriereaussichten sind schnell eingeschätzt je nach Anzahl der vorhandenen Juristen

  • meist attraktives Gehalt

  • gute Work-Life Balance

  • Mandantenkontakt mit großen Unternehmen

  • intensiver Mandantenkontakt und frühes selbstständiges Arbeiten an eigenen Mandaten

  • oft international übergreifende Mandate

  • Mandate mit speziellem Rechtsgebietsbezug und hierdurch intensives Auseinandersetzen mit dem jeweiligen Rechtsgebiet

  • große Teams mit der Möglichkeit Kollegen um Rat zu fragen

  • ein Ansprechpartner und meist Mentor zu Diskussion diffiziler Sachverhalte

  • Unterstützung durch Praktikanten und hierdurch Erlernen des Delegierens

  • selbstständiges Arbeiten

  • vielseitige Rechtsgebiete

  • früh viel Verantwortung

  • wechseln der Teams innerhalb des Unternehmens und somit des Fachbereiches ist möglich

  • stetiges Weiterentwickeln im gewählten Rechtsgebiet der gewählten Art

   
Nachteile Nachteile
  • sehr hohe Anforderungen an den Bewerber

  • stetiges Arbeiten im selben Rechtsgebiet

  • schwierigere Work-Life Balance im Verhältnis zum Gehalt

  • Wechsel in anderes Rechtsgebiet eher schwer

  • oft unpersönliches Arbeiten und lange Entscheidungswege

  • Gehalt kann je nach Arbeitgeber stark variieren​

 

 

Wer große Teams und riesen Mandate bevorzugt, der sollte sich überlegen in eine Großkanzlei zu gehen. Wer genaue Vorstellungen hat, in welchem Spezialgebiet er zum Beispiel im Zivilrecht tätig werden möchte, der ist in einer Kleinkanzlei sicher gut aufgehoben. Die Entscheidung ob Großkanzlei oder doch lieber Kleinkanzlei ist am Ende des Tages eure, denn ihr müsst euch, wohin auch immer ihr geht, wohlfühlen.

Hier findet ihr alle Informationen die nach eurem Studium relevant werden.

 


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Über den Autor

Carolina Kral - Autorin TalentRocket

Carolina Kral

Carolina Kral ist Studentin der Rechtswissenschaften an der Uni Wien und ist seit Beginn des österreichischen Karrieremagazins als Autorin für uns tätig.

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