Studieren und das liebe Geld

Finanzierungsmöglichkeiten im Überblick


verfasst von Sonja Vass und veröffentlicht am 04.12.2019

 

Es führt kein Weg daran vorbei, auch während des Studiums müssen Rechnungen bezahlt werden. Nur, wie an Geld kommen, wenn man den ganzen Tag an der Uni sitzt und man nicht unbedingt wegen jeder größeren Rechnung die Eltern anpumpen will? Wir geben dir einen Überblick über Möglichkeiten der Finanzierung.



Arbeiten gehen

Während des Studiums einer Lebenskosten-deckenden Arbeit nachzugehen wird nicht oft als realistische Option angesehen. Immerhin musst du, je nach Job, 20 bis 40 Stunden arbeiten um wirklich mit dem Gehalt auszukommen. Und das, wo studieren auch ganz gerne als „Vollzeitbeschäftigung“ gesehen wird. Dennoch, unmöglich ist es nicht. Jus ist dabei tatsächlich einer der berufstätigkeits-freundlichsten Studiengänge. Es gibt relativ wenig Lehrveranstaltungen in denen Anwesenheitspflicht herrscht, du kannst dir ziemlich frei einteilen, welche Fächer du wann absolvierst und in fast allen Fächern gibt es mehrere Fachprüfungstermine pro Semester. Es ist also nichts verloren, wenn du einmal einen Prüfungstermin wegen deiner Arbeit nicht wahrnehmen kannst – ein oder zwei Monate später gibt es meist die nächste Möglichkeit.
Wenn du bereits vor Studienbeginn weißt, dass du arbeiten möchtest oder schon berufstätig bist, bietet sich die Möglichkeit an, Jus als Fernstudium („Multimedia-Diplomstudium“) an der Universität Linz zu absolvieren, was den Vorteil hat, dass du sämtliche Vorlesungen online zwei Wochen lang nachhören kannst und daher nicht nur auf Lehrbücher und Mitschriften freundlicher Kommilitonen angewiesen bist. Es ist jedenfalls durchaus möglich, eine kostendeckende Erwerbsarbeit und das Jusstudium unter einen Hut zu bringen, du solltest dir jedoch bewusst sein, dass dies kein einfacher Weg ist, und auch nicht unbedingt für jeden das Richtige.
 


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Studienbeihilfe

Rechtsgrundlage für die Auszahlung von Studienbeihilfe ist das Studienförderungsgesetz. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Menschen mit geringerem Einkommen es sich oft nicht leisten können, ihre Kinder während ihres Studiums zu unterstützen; also springt der Staat dafür ein. Das heißt für dich, ob du Anspruch auf Studienbeihilfe hast und wie hoch dieser ausfällt, ist vom Einkommen deiner Eltern abhängig.
Unabhängig vom Einkommen der Eltern ist der Bezug des Selbsterhalterstipendiums. Anspruch darauf hast du, wenn du vor Beginn deines Studiums mindestens vier Jahre gearbeitet und ein Jahreseinkommen von 8850,- oder mehr verdient hast. Zu beachten ist, dass für alle Stipendien gewisse Voraussetzungen zu erfüllen sind. So muss zum Beispiel ein „günstiger Studienerfolg“ vorliegen – du musst also eine gewisse Anzahl von Lehrveranstaltungen besuchen und die Prüfung absolvieren. Der Erfolgsnachweis ist bei der Stipendienstelle vorzulegen. Acht geben musst du auch, wenn du dein Studium wechseln möchtest oder bereits einmal gewechselt hast. Wer nach dem 2. Semester wechselt, verliert seinen Anspruch auf Studienbeihilfe. Erst wenn du in deinem neuen Studium so weit fortgeschritten bist, wie du es im vorherigen Studium warst, hast du wieder Anspruch. Während des Bezugs von Studienbeihilfe darfst du auch arbeiten, musst jedoch darauf achten, dass du eine jährliche Einkommensobergrenze nicht überschreitest. Wenn du dich entscheidest, ein Stipendium zu beantragen, anstatt arbeiten zu gehen, hast du jedenfalls den Vorteil, mehr Zeit für dein Studium zu haben. Du musst jedoch auch die Voraussetzungen für den Bezug im Auge haben, damit du nicht unerwartet den Anspruch verlierst, wenn sich die eine oder andere geplante Prüfung dann doch nicht ausgeht. Die aktuell gültigen Zuverdienstgrenzen sowie auch ein Tool zur Berechnung der zu erwartenden Beihilfenhöhe und viele andere hilfreiche Infos findest du auf stipendium.at, der Website der österreichischen Stipendienstellen.



Leistungsstipendien und Förderprogramme

An Studierende mit besonders guten Studienleistungen werden regelmäßig Leistungsstipendien ausbezahlt. Auch hierfür ist die Rechtsgrundlage das Studienförderungsgesetz. Leistungsstipendien werden an den Universitäten immer für das vorangegangene Studienjahr ausgeschrieben, und sind an einen bestimmten Studienerfolg geknüpft. Meistens darf keine Note schlechter als 2 sein und der Gesamtnotendurschnitt nicht schlechter als 1,5. Mögliche zusätzliche Voraussetzungen, etwa einge gewisse Anzahl an absolvierten ECTS-Punkten und genauere Informationen zur Bewerbung findest du auf der Webseite deiner Universität. Ein Leistungsstipendium ist eine tolle Sache, ist aber mit einer maximalen Höhe von 1500,-- im Jahr nicht wirklich zur Deckung laufender Kosten gedacht. Auch sollte man solche Zahlungen keineswegs als verlässliche Finanzierung betrachten, denn, ganz ehrlich: selbst der beste Student kann einmal einen schlechten Tag haben und eine Prüfung vergeigen. Lieber nicht damit rechnen und sich, wenn es doch klappt, über den Zuschuss freuen.
 


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Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit

Wenn du bereits berufstätig bist, besteht die Möglichkeit der Karenzierung oder Reduktion der  Arbeitszeit.
Auf die Bildungskarenz besteht kein Rechtsanspruch und es ist das Einvernehmen mit dem Arbeitgeber erforderlich. Während der Bildungskarenz kann Weiterbildungsgeld beim AMS beantragt werden. Zuverdienst ist bis zur Geringfügigkeitsgrenze möglich. Alternativ dazu kann auch die Arbeitszeit reduziert werden. Auch für diese Bildungsteilzeit ist das Einverständnis des Arbeitgebers erforderlich. Die Arbeitszeit kann dabei um mindestens 25 bis maximal 50 Prozent reduziert werden, es müssen jedoch mindestens 10 Wochenstunden Arbeitszeit übrigbleiben. Im Ausgleich für die reduzierte Arbeitszeit erhältst du Geld vom AMS. Genauere Informationen, insbesondere über die aktuelle Höhe des Bildungsgeldes findest du auf den Webseiten von Arbeiterkammer und Arbeitsmarktservice. Der Vorteil von Karenz oder Bildungsteilzeit ist, dass du Berufstätigkeit und Studium sehr gut verbinden kannst, und das mit relativ wenig finanziellen Einbußen verglichen mit einem Vollzeitjob. Allerdings musst du dich mit deinem Arbeitgeber einigen und daher du deine Pläne offenlegen. In manchen Jobs wird es sehr geschätzt, wenn sich Mitarbeiter weiterbilden, und es bieten sich vielleicht auch Aufstiegschancen; manch anderer Chef wird nicht glücklich darüber sein, insbesondere wenn die Weiterbildung bedeutet, dass der gut eingeschulte Mitarbeiter in absehbarer Zeit das Unternehmen verlässt. Du kannst dich aber durchaus ganz unverbindlich bei deinem Vorgesetzten erkundigen, möglicherweise bekommst du ganz unerwartet Unterstützung.


Bei der Entscheidung, welchen Weg du wählst sind zahlreiche Faktoren abzuwägen. Wie hoch sind deine Fixkosten? Wo kannst oder willst du einsparen, welchen „Luxus“ möchtest du dir gönnen? Möchtest du dein Studium in Mindeststudienzeit schaffen? Dann wird es wahrscheinlich sinnvoller sein, dich auf das Studium zu konzentrieren und Studienbeihilfe in Anspruch nehmen. Wenn es dir wichtiger ist schon studienrelevante Berufserfahrung zu haben, kann es durchaus sinnvoll sein mehr zu arbeiten, und dafür eine längere Studiendauer in Kauf zu nehmen. Und einige ganz hartgesottene reduzieren ihre Freizeitaktivitäten und schaffen Mindeststudienzeit und Arbeit. Auch das kann ein Weg sein, du solltest aber dein eigenes Wohlbefinden nicht aus den Augen verlieren. Vielleicht brauchst du aber auch Abwechslung im Leben und möchtest eine völlig „fachfremde“ Arbeit machen, nicht nur des Geldes sondern auch der Erfahrung wegen. Auch das kann reizvoll sein, und manchmal ergeben sich unerwartete Synergien. Wichtig ist nur, wenn du gerne studieren möchtest, solltest du dich von der Geldfrage nicht abschrecken lassen, denn wo ein Wille, da wird sich auch ein Weg finden.

 

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Freshfields Bruckhaus Deringer LLP

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Über den Autor

Sonja Vass - Autorin bei TalentRocket

Sonja Vass

Sonja Vass studiert Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck und arbeitet hauptberuflich im Rettungsdienst, seit Februar 2019 ist sie als Autorin für TalentRocket tätig.

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