Stressfrei durchs Jusstudium

In 3 Schritten den Stress besiegen


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 26.02.2020

 

Wer behauptet, vollkommen stressfrei durch sein Jusstudium gekommen zu sein, der nimmt es wahrscheinlich mit der Wahrheit nicht ganz so genau. Stress im Jusstudium ist praktisch vorprogrammiert und das ist nicht immer schlecht – schließlich kann Zeitdruck auch motivierend sein. Wenn der Stress jedoch zur Belastung wird, dann besteht Handlungsbedarf. Denn zu viel Druck kann sich nicht nur negativ auf die Leistungen auswirken, sondern in besonders harten Fällen auch der psychischen Gesundheit schaden.
 

Jeder kennt ihn: Den Stress vor den Prüfungen, die Deadlines für die Hausarbeiten, den Konkurrenzdruck durch die Studienkollegen und bei manchen kommen auch noch die Eltern dazu, deren Erwartungshaltung man nur mit größten Mühen gerecht werden kann. Rechnet man dann auch noch den privaten Stress durch Nebenjobs, Freizeitverpflichtungen oder Beziehungen dazu, kann das am Anfang so geliebte Jusstudium schon einmal zu einer kaum zu bewältigenden Belastung werden. Manch einer schmeißt sogar sein Studium, weil er mit dem Druck nicht zurechtkommt. Wir geben euch Tipps, wie ihr mit dem Stress besser umgehen könnt und wie ihr wieder mehr Lebensqualität in euer Studium bringt. 
 




Woher kommt der Stress? 

Wer den „Feind“ effektiv bekämpfen möchte, der muss zunächst einmal verstehen, wer er ist und woher er kommt. Eine allgemein anerkannte Definition für Stress lautet folgendermaßen: 

„(e)ine körperliche und psychische Reaktion eines Menschen auf eine für nicht bewältigbar wahrgenommene Situation.“

Daraus lassen sich zwei wichtige Schlüsse ziehen:
 

  1. Stress kommt aus der Person selbst, wird also nicht von außen zugeführt oder übertragen. Er ist sozusagen „hausgemacht“.

  2. Die Situation, aus der der Stress entsteht, wird als nicht bewältigbar wahrgenommen. Das bedeutet nicht, dass sie es nicht ist. Subjektives Empfinden spielt also eine große Rolle.

 

Mit diesen beiden Erkenntnissen im Hinterkopf gestaltet sich die Bekämpfung von Stress schon deutlich einfacher. In drei Schritten gelingt es, den Auslöser zu identifizieren und die Belastung zu verringern. 
 

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Die Suche nach dem Auslöser

Meist ist es offensichtlich, woher der Stress kommt. Die Deadline steht an oder der Stoff für die Prüfung ist unmöglich zu bewältigen. Doch manchmal ist nicht die Belastung durch das Studium der eigentliche Grund und die wirkliche Ursache liegt tiefer. Oft sind es zum Beispiel die eigenen Sorgen, die den Stress verursachen. Selbst, wenn der Stoff zu schaffen wäre, stehen die Versagensängste so im Mittelpunkt, dass die Aufgabe, die vor einem liegt, unmöglich scheint. Oder es seid gar nicht ihr selbst, die den Druck ausüben: auch die Eltern oder Studienkollegen können zu hohe Erwartungen haben und damit das Studium, das euch ursprünglich viel Spaß gemacht hat, nun zur Beweisprobe machen. 

Möglich ist es auch, dass der eigentliche Auslöser mit dem Studium an sich gar nichts zu tun hat. Habt ihr Stress in der Beziehung? Nerven Freunde oder Verwandten? Habt ihr gesundheitliche Probleme, die euch den Schlaf rauben? 
 

Genau zu identifizieren, woher der Stress kommt, ist ein wichtiger Schritt, denn ohne Ursache gibt es auch keine Lösung.

 


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Dem Stress aus dem Weg gehen – oder ihn konfrontieren

Wie geht man nun mit der Erkenntnis um? Es gibt zwei Möglichkeiten, Stress zu begegnen. Welche besser ist, hängt von der Ursache ab. Zunächst einmal könnt ihr versuchen, dem Stress „aus dem Weg zu gehen“. Sprich: Ihr solltet die Situationen, die den Stress verursachen, einfach vermeiden. Das soll natürlich nicht heißen, dass ihr aufhören sollt zu lernen oder die Prüfungen nach hinten schieben müsst. Im Gegenteil: Ihr solltet aktiv Vorkehrungen treffen, damit ihr beim Lernen gar nicht mehr unter zu starken Zeitdruck geratet. 
 

Plant schon zu Beginn des Semesters, wie viel ihr am Tag lernen wollt, wo ihr am besten lernt und wann (sehr wichtig!) ihr euch Zeit für euch und einen Ausgleich wie Sport oder Hobbys nehmen könnt. So habt ihr die Situation besser im Griff und habt ein Gefühl von Kontrolle – das allein kann das Stresslevel schon sinken lassen.


Auch die bloße Voraussicht darauf, was euch in der Zukunft stressen könnte, kann euch helfen. Geht die Situationen innerlich durch und plant, wie ihr damit umgehen möchtet. Diese Art von Vorbereitung verhindert, dass ihr euch überfordert und unvorbereitet fühlt, wenn ihr dann tatsächlich mitten im Gefecht angekommen seid. 

Liegt der Auslöser nicht bei euch selbst, wird es etwas schwieriger. Studienkollegen, die direkt oder indirekt Druck auf euch ausüben, solltet ihr – besonders in der Prüfungszeit – so gut wie nur möglich meiden. Das ist nur in eurem Interesse, denn negative Energie kann unheimlich anstrengend sein. Oft ist das jedoch leichter gesagt als getan. Leute, die ihr ohnehin nicht besonders gut leiden könnt, könnt ihr in der Regel besser aus dem Weg gehen. Anders sieht es bei guten Freunden aus. Hier kann ein Gespräch helfen.
 

Erklärt euren Studienkollegen, dass ihr mit ihnen nicht über das Studium reden möchtet oder dass ihr während der Prüfungsphase lieber allein lernen wollt. Sind es gute Freunde, werden sie das bestimmt verstehen. Bleibt deshalb immer offen und ehrlich und versucht, die Situation auch aus ihrer Sicht zu sehen.


Sind eure Eltern und ihre Erwartungen die Ursache für euren Stress, solltet ihr auch hier auf jeden Fall das Gespräch suchen. Viele Eltern sind der Meinung, dass es ihren Kindern hilft und es sie motiviert, wenn sie hohe Ansprüche an sie stellen. Erklärt ihr ihnen, dass ihr euch von ihnen unter Druck gesetzt fühlt und dass eure Leistungen darunter leiden, werden sie das wahrscheinlich verstehen und sich in Zukunft zurückhalten – schließlich wollen sie nur das Beste für euch. Erinnert sie daran, dass es euer Studium und eure Entscheidungen sind. 
 


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Mit stressigen Situationen umgehen

Auch wenn ihr die Auslöser identifiziert und sie so gut wie möglich „unschädlich“ gemacht habt, werdet ihr immer wieder in Stresssituationen kommen. Das ist nicht per se negativ und einfach ein Teil des Jusstudiums. Hier gibt es eine Menge an Techniken, mit denen ihr gegen akuten Stress vorgehen könnt. Am besten hilft bei Stress (wer hätte es gedacht) eine Pause. Nur herumsitzen, an die Decke schauen und darauf warten, dass man wieder weitermachen kann, bringt jedoch wenig. Stattdessen solltet ihr aktive Pausen machen. Besonders geeignet dafür ist zum Beispiel Yoga oder Meditation. Das macht den Kopf frei und entspannt. Sport im Allgemeinen ist immer eine gute Idee. Lernt ihr in der Bibliothek, ist vielleicht das Fitnessstudio der Universität eine Option? Auch ein einfacher Spaziergang an der frischen Luft kann schon Wunder wirken. 
 

Sport und eine gute Ernährung mit vielen Proteinen und Vitaminen sind übrigens nicht nur spontane Helfer, sondern nützen euch auch langfristig. So baut ihr eine bessere Stressresistenz auf und bleibt entspannter. 


Wenn ihr euch nicht nur auf sportliche Betätigung verlassen möchtet, gibt es natürlich auch andere Techniken, um den Stress loszuwerden. Ein gutes Beispiel ist die bewusste Atmung. Das ist besonders praktisch, weil ihr dafür den Schreibtisch gar nicht verlassen müsst. Setzt euch einfach aufrecht hin, entspannt eure Schultern und atmet langsam tief ein. Zählt dabei die Sekunden mit – ihr könnt mit fünf Sekunden beginnen und euch dann immer weiter steigern. Haltet dann die Luft für ein paar Sekunden an und atmet langsam wieder aus. 


Stress wird immer zu eurem Leben gehören und das ist auch gut so. Schließlich ist Stress an sich ja auch nicht schlecht und kann euch motivieren. Wird der Stress allerdings chronisch und belastet euch, wird es Zeit, einzuschreiten. Identifiziert, was den psychischen Druck verursacht und geht aktiv dagegen vor. In akuten Situationen hilf eine Pause – ob das eine Runde Sport oder ein Powernap ist, müsst ihr selbst entscheiden. Erlaubt ist, was hilft! 

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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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