Ritalin am Morgen...

Über den Missbrauch von Medikamenten im Jusstudium


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 25.09.2019

 

Fast alle tun es auf die ein oder andere Weise – der Kaffee zum Frühstück und die Energydrinks in den Bib-Pausen nehmen die meisten aber gar nicht als Doping wahr. Diese vergleichsweise ungefährlichen Aufputschmittel sind Teil des Alltags und sozial akzeptiert. Anders sieht es aus mit härteren Drogen, die gezielt dazu eingesetzt werden, die Konzentrationsfähigkeit und das Durchhaltevermögen zu stärken. Ritalin gehört beispielsweise zu den Drogen, die typischerweise mit Jus- oder Medizinstudenten in Verbindung gebracht werden und das scheinbar nicht zu Unrecht. Denn in diesen Fächern ist der Leistungsdruck besonders hoch. 

Genaue Zahlen dazu, wie viele Jusstudenten tatsächlich zu Aufputschmitteln oder anderen Drogen greifen, um ihre Leistung zu steigern, gibt es nicht. Sicher ist jedoch, dass Praktiken wie diese existieren und Anwendung finden. Was dahintersteckt und welche Folgen der Konsum haben kann, möchten wir hier erklären.
 

Der Druck steigt 

Die meisten kennen Doping wohl aus dem Leistungssport. Dort ist es ständiges Thema und wird laufend optimiert, schließlich geht es um eine Menge Geld. Nicht nur im Sport steht jedoch viel auf dem Spiel. Auch in der Geschäftswelt ist der Gebrauch von sogenannten „smart drugs“ nicht unüblich. In Branchen mit hoher Belastung sorgen sie dafür, dass die geleistete Arbeit stets auf einem hohen Niveau bleibt – auch wenn der Körper unter normalen Umständen nicht mehr mitspielen würde. Doch zurück an die Universität: Gute Noten sind für Jusstudenten die Grundlage für ihre Karriere und somit für ihr ganzes restliches Leben. Kein Wunder, dass viele den Schritt wagen und sich entschließen, das Risiko einzugehen, schließlich schläft auch die Konkurrenz nicht. Leistungsdruck ist an der Tagesordnung und die Angst vor dem Versagen ist ein ständiger Begleiter. 

So kommt es, dass einige Studenten etwa zu Koffeintabletten greifen, die es möglich machen, die ganze Nacht wach zu bleiben und zu lernen: beispielsweise, wenn sie vor einer Prüfung unter Zeitdruck stehen oder einfach, wenn sie das Gefühl haben nicht genug zu schaffen. Aber auch verschreibungspflichtige Medikamente werden für das schnellere Erreichen des Lernziels eingesetzt – nicht ohne Folgen.

 


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Diese Mittel werden missbraucht

Es gibt zwei Arten von Doping, zwischen denen unterschieden wird: Zum einen das sogenannte pharmakologische Neuroenhancement. Hierunter wird die Einnahme aller Substanzen verstanden, die Konzentration, Wachheit oder Gedächtnisleistung verstärken sollen. Zum anderen gibt es das Hirndoping, das mit rezeptpflichtigen Medikamenten und illegalen Substanzen betrieben wird. Das sind beispielsweise Psychostimulantien wie Methylphenidat, auch unter dem Namen Ritalin bekannt, Amphetamine und Modafinil, aber auch Antidementiva und Antidepressiva. Letztere wurden eigentlich dazu entwickelt, um Alzheimer oder Depressionen zu therapieren oder ADHS zu behandeln. 
 

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Ein Teufelskreis: Das sind die Folgen von Gehirndoping

Drogen sind nicht gut für den Körper, vor allem nicht auf lange Sicht. Das ist eine allgemein bekannte Tatsache und trotzdem stellen viele ihren akademischen und beruflichen Erfolg über ihre körperliche Gesundheit. Dabei garantieren die Stoffe bei genauerer Betrachtung keinen besseren Lernerfolg. Meist ist es nämlich so, dass zwar eine Leistungssteigerung stattfindet – schließlich ist das die Wirkung der Medikamente – bei der Abnahme der Wirkung aber dafür umso stärkere Konzentrationsprobleme auftreten. Hieraus entsteht ein Teufelskreis:
 

Die Nutzer der Substanzen können durch diesen Kreislauf eine Abhängigkeit von den Medikamenten entwickeln, die daraus resultiert, dass die Leistung ohne die Drogen nun noch schlechter ist als noch zuvor.


Von diesem Mechanismus einmal abgesehen haben die Substanzen auch noch andere Wirkungen auf den Körper. Besonders der Einfluss auf die Persönlichkeit ist hier auffällig. 

Eine andere Tatsache, die man berücksichtigen sollte, ist der Fakt, dass man durch die Einnahme der Drogen nicht seine Intelligenz erhöhen kann. Auch wenn das natürlich logisch ist, haben viele Nutzer tatsächlich das Gefühl, dass sich ihre Leistungen verbessern. Das stimmt so nicht ganz. Zwar kann sich die Konzentration und dadurch die Aufnahmefähigkeit erhöhen und die Studenten sind dadurch produktiver und arbeiten schneller. Allerdings bedeutet dies nicht unbedingt, dass dadurch auch die Qualität der geleisteten Arbeit gesteigert wird. Oftmals passiert es, dass die Betrachtung des Geschriebenen im nüchternen Zustand als nicht besonders qualitativ zu bewerten ist. Dies liegt zu einen daran, dass uns ein Medikament nicht klüger machen kann, zum anderen hat es den Grund, dass der langfristige Missbrauch von Drogen sich negativ auf den Körper auswirkt und dadurch auch die Hirnleistung beeinflusst wird.

 


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Wie man es besser macht

Oftmals wird die Entscheidung zum Konsum von Medikamenten zur Leistungssteigerung in stressigen Momenten gefällt und ist weder durchdacht, noch kann man so das damit verbundene Risiko einschätzen. Diese verzweifelten Entscheidungen können schlimme Folgen haben, weshalb man sich besser von solchen illegalen Praktiken fernhalten sollte. Besser ist es, langfristig zu denken und sich eine Strategie zu erarbeiten, mit deren Hilfe man die Prüfungen auch ohne pharmazeutische Hilfsmittel meistern kann. Gerade, wenn mehrere Prüfungen hintereinander anstehen, machen solche Mittel nur wenig Sinn. Sie führen, wie oben bereits beschrieben, in einen Teufelskreis, unter welchem auch die Ergebnisse leiden. Und von dem Aufwand, den man betreiben muss, um an verschreibungspflichtige Medikamente zu kommen, möchten wir gar nicht anfangen. 

Nützliche und vollkommen ungefährliche Lerntipps gibt es hingegen genug und diese Tipps funktionieren auch für Jusstudenten. Natürlich existiert kein Wundermittel, das einen Erfolg in der Prüfung garantiert. Aber wer früh genug mit dem Lernen beginnt, sich bewährter Lernmethoden wie beispielsweise Mind-Maps bedient, genügend Pausen macht und nicht versucht, zu viel auf einmal in den Kopf zu bekommen, der ist bereits auf einem guten Weg.

 

Kaffee, Energydrinks und Schokolade sind als natürliche „Doping“-Mittel unproblematisch, solange man es auch hier nicht übertreibt und auf seinen Körper achtet. Dass es in der Prüfungsphase bei der einen Tasse Kaffee am Morgen meist nicht bleibt und der Schokoladenkonsum drastisch ansteigt, ist ganz normal und verständlich. Von allen anderen chemischen Hilfsmitteln sollte man jedoch unter allen Umständen fernbleiben. Wer sich gut organisiert, kann den Lernstoff auch so bewältigen und sich selbst beweisen, zu welcher Gehirnleistung er ganz ohne irgendwelcher illegaler Techniken fähig ist!

 


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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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