Master of Laws: So bewirbst du dich auf einen LL.M.

Von der Recherche bis zur Zusage: So klappt es!


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 06.11.2019

 

Jusstudenten, die sich dazu entschlossen haben einen LL.M. zu absolvieren, treffen die Entscheidung vom vorgegebenen Weg abzuweichen. Das bedeutet einerseits, dass sie Erfahrungen machen, die andere nicht machen und dass sie aus der Masse hervorstechen. Es bedeutet aber auch, dass sie den metaphorischen Extraschritt gehen, inklusive Sprachbarriere, langwierigen Bewerbungsprozessen und den finanziellen Kosten, den der Bewerbungsprozess mit sich bringt. Um euch den Weg zum LL.M ein wenig zu erleichtern, haben wir ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt – von der Recherche bis zur Zusage. 

 

Der LL.M. – Hier wird er angeboten

Der LL.M. ist ein Masterstudiengang und wird auch "Master of Laws" genannt. Er gehört zu den sogenannten "postgraduierten Studienabschlüssen". Das bedeutet, dass das Studium zum LL.M. ein bereits abgeschlossenes Grundstudium voraussetzt und somit eine zusätzliche Qualifikation darstellt, die du auf deinen Abschluss oben drauf setzen kannst.

Anders als viele denken, kann man einen LL.M. nicht nur im englischsprachigen Ausland, wie in Großbritannien oder den USA absolvieren. Im Grunde wird dieser Abschluss auf der ganzen Welt angeboten, so auch in Österreich und in vielen anderen europäischen Ländern. Viele dieser Law Schools haben einen ausgezeichneten Ruf und sind zum Teil auch deutlich günstiger als nichteuropäische Unis. 

 

Die Bewerbung – Einen Überblick verschaffen

LL.M. ist nicht gleich LL.M. Jeder Studiengang ist unterschiedlich und deshalb sollte man sich, bevor man beginnt Bewerbungen zu schreiben, gut informieren und sich überlegen welcher Studiengang zu einem passt. An den Unis werden sowohl allgemeine als auch spezialisierte LL.M.'s angeboten, wobei man auch bei allgemeinen Studiengängen persönliche Präferenzen miteinbeziehen kann. 
 

Auch was die Studiendauer angeht, gibt es sehr große Unterschiede und so ist für jeden etwas dabei.


Von zwei- bis viersemestrigen Programmen bis zu berufsbegleitenden Teilzeitprogrammen ist alles möglich. Auch Pflichtpraktika und Ortswechsel können in einem Master of Laws vorgesehen sein.

Am besten trifft man zuerst eine Auswahl von Studiengängen, die in Frage kommen und beginnt dann damit die Bewerbungsfristen herauszusuchen. Leider ist das nicht immer ganz so übersichtlich: Je nach Studiengang und Land variieren die Fristen und auch das eigene Herkunftsland spielt eine Rolle. So können sich Bewerber aus EU-Mitgliedsstaaten oft mehr Zeit lassen als Bewerber, die aus einem Land kommen, welches nicht der EU zugehörig ist. Unbedingt zu beachten ist auch, dass nicht jeder Studiengang das ganze Jahr über angeboten wird: so gibt es Programme, die man nur im Sommer- oder Wintersemester beginnen kann. Hier gilt also: genau recherchieren und hinsehen, um dann abwägen zu können, ob die Konditionen passen!

 


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Habt ihr dann eure persönliche Übersicht erstellt und seid euch im Klaren darüber, bei welchen Law Schools ihr euch wann bewerben müsst, fängt die Arbeit erst richtig an. Ab jetzt gilt es alle möglichen Unterlagen zusammenzutragen, zu übersetzen und beglaubigen zu lassen. Notenerklärungen, Rankings und Zeugnisse werden oft auf Englisch oder manchmal sogar in der Landessprache verlangt. Die Beglaubigung der Dokumente läuft dann über die entsprechenden Behörden und kostet Zeit und Geld. Es ist also wichtig, dass man genug Zeit einplant, um all seine Dokumente rechtzeitig zusammenzutragen und abschicken zu können. 

 


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Die sprachliche Qualifikation – TOEFL und Co.

Die meisten LL.M.'s werden auf Englisch angeboten, die Englischkenntnisse sollten also auf dem aktuellsten Stand sein – sonst kann es ganz schnell schwierig werden. Damit das nicht passiert, fordern die meisten Law Schools entsprechende Zertifikate, die die Sprachkenntnisse nachweisen. Diese erwirbt man durch einen international anerkannten Test wie den TOEFL oder den IELTS Test – Zeugnisnoten oder ähnliche Nachweise reichen in der Regel nicht aus. 

Leider sind diese Tests nicht ganz billig und kosten um die 200 Euro. Das sollte man fest einplanen, denn günstigere Alternativen existieren leider nicht wirklich. Außerdem ist zu beachten, dass das erworbene Zertifikat nur zwei Jahre lang gültig ist. Ist der letzte Test also schon länger her, muss er wiederholt werden. 

Da die Tests meist sehr spezifische Aufgabenstellungen beinhalten, ist dringend zu empfehlen, sich gut vorzubereiten, auch wenn man seine Sprachkenntnisse als sehr gut einschätzt. Die Erfahrung zeigt, dass sogar Muttersprachler besser abschneiden, wenn sie zuvor ähnliche Aufgaben bearbeitet haben. Auch hier sollte also ausreichend Zeit eingeplant werden – einmal abgesehen davon, dass für die Tests meist eine Wartezeit existiert. 

 

Die Zusage – schnell reagieren

Hat man endlich alle notwendigen Unterlagen zusammengetragen, schließt man die Bewerbung meist online ab. Auch wenn man alle Zugangsvoraussetzungen erfüllt, sollte man sich nicht zu sicher sein, einen Platz zu erhalten. Da die meisten Programme eine nur eine begrenzte Anzahl an Bewerbern zulassen, kann es sein, dass man trotzdem abgelehnt wird. Man sollte sich also niemals nur bei einer Universität bewerben.  
 

Hat man eine Zusage erhalten, sollte man auf jeden Fall die Chance nutzen und auch seinerseits den angebotenen Platz annehmen.


Denn bleibt die Antwort zu lange aus, kann es sein, dass die Zusage wieder verfällt. Hier sollte man unbedingt auf die Fristen achten. Außerdem ist es meist möglich eine bereits angenommene Stelle wieder abzusagen, falls man doch noch eine Zusage von seiner Wunschuniversität erhalten hat.
 


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Nach der Zusage – jetzt wird es ernst

Auch wenn man den Platz nun in der Tasche hat, sollte man sich noch nicht entspannt zurücklehnen, denn nun beginnt die Organisation des eigentlichen Aufenthalts. Hier müssen dringende Fragen geklärt werden wie: Wo wohne ich? Was sind die Einreisebedingungen? Brauche ich ein Auslandskonto oder einen neuen Mobilfunkvertrag?

Die wichtigste Frage ist jedoch die der Finanzierung, denn ein LL.M. Kann ganz schön ins Geld gehen. Viele Universitäten bieten Stipendien an und auch Studienkredite können eine Alternative sein, wenn man nicht auf familiäre Unterstützung hoffen kann. Es gibt viele Möglichkeiten seinen LL.M. zu finanzieren, wenn es nicht anders geht. Man sollte jedoch davon absehen, sich für das Studium zu stark zu verschulden.
 

Wichtig ist es auf jeden Fall die Kosten realistisch einzuschätzen. Denn im Ausland zu leben kann je nach Land oft teurer sein als gedacht.

 


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Die Planung eines LL.M.s kann aufwendig und nervenaufreibend sein. Am Ende steht jedoch immer eine lohnende Erfahrung, die den ganzen Stress wieder wett macht. Auf keinen Fall sollte man die Recherche- und Bewerbungsprozesse unterschätzen und sich lieber zu früh als zu spät um alles kümmern. Jede Universität hat ihre eigenen Anforderungen und Fristen – eine gute und vorausschauende Planung ist also beim Thema LL.M. der Schlüssel zum Erfolg!

 


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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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