„Leider konnten wir Sie nicht berücksichtigen“

​So sollten Juristen mit der Job-Absage umgehen


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 08.01.2020

 

Gibt es ihn wirklich – den perfekten Job? Jeder Jurist ist auf der Suche nach der einen Stelle, die genügend Work-Life-Balance bietet, die gut bezahlt ist und die natürlich auch Spaß machen soll. Wirklich finden jedoch können diese Stelle die wenigsten. Das liegt nicht nur daran, dass diese Jobs zugegebenermaßen rar gesät sind, sondern auch daran, dass viele Anwälte sich schlichtweg nicht trauen, sich aus einer sicheren Position heraus auf eine Stelle zu bewerben, die sie lieber hätten. Oder noch schlimmer: Sie halten sich selbst für nicht gut genug für ihren eigenen Traumjob. Die Angst vor dem Scheitern begleitet viele Juristen auf der Jobsuche. Warum sie oftmals unbegründet ist und wie man im Ernstfall trotz Absagen eine positive Einstellung beibehält, möchten wir euch in diesem Artikel erklären.

 

Absage – na und?

Wurdest du nach einem Date, in das du große Hoffnungen gesetzt hattest, schon einmal abgewiesen? Fast genauso schlimm fühlt es sich an, wenn die Absage auf einen Job im Postfach landet, für den man sich gedanklich schon auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet hat. Natürlich ist die Enttäuschung im ersten Moment groß und das Scheitern lässt sich nicht einfach mit einem Schulterzucken hinnehmen. Dennoch sollte man sich bewusst machen, dass Absagen einfach dazugehören – in allen Bereichen des Lebens. Wie vorhersehbar wäre denn die Welt, wenn die Antwort auf alle Fragen „ja“ wäre? 

 

Was sagen die Statistiken?

Dass du nicht der einzige bist, der sich auf deine Wunschstelle beworben hat, sollte dir bewusst sein. Wenn es sich wirklich um eine begehrte Stelle handelt, kann sich der Arbeitgeber vor Bewerbern sicherlich kaum retten. Auch das solltest du im Hinterkopf behalten: Die Chance auf ein Bewerbungsgespräch oder gar auf eine Zusage ist statistisch gesehen nicht besonders hoch. Im Schnitt folgt auf nur 24% der Bewerbungen ein Vorstellungsgespräch (Quelle: Staufenbiel Institut, 297 befragte Unternehmen). Von diesen 24% bekommen wiederum nur 28% einen Arbeitsvertrag angeboten. Rechnet man weiter, kommt man auf 7% der Bewerber, die letztendlich eine Zusage für ihren Wunsch-Job erhalten – das macht also ganze 93%, die die Stelle nicht bekommen haben. 
 


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Führt man sich diese Zahlen vor Augen, ist es einfacher, die Absage auf seine Bewerbung nachzuvollziehen. Auch wenn man eine gute Bewerbung geschrieben hat, gute Noten vorweisen kann und sich gut informiert hat, gibt es immer noch eine Chance, dass es jemanden gibt, der aus dem ein oder anderen Grund besser passt – und das ist in Ordnung!

Versuche, es stattdessen aus dieser Perspektive zu betrachten: Sieht man sich die Zahlen an, kann man sich ausrechnen, dass man im Schnitt 14 Bewerbungen schicken muss, um zu 98% eine Zusage zu erhalten. Schreibt man hingegen nur eine, wird man mit 7%-iger Wahrscheinlichkeit eingestellt. Sprich: Umso mehr Bewerbungen du schreibst, umso höher sind deine Chancen. Klingt logisch, ist auch so. Dabei solltest du natürlich auch auf die Qualität deiner Bewerbungen achten. Beginnst du damit, wahllos deinen Lebenslauf an potenzielle Arbeitgeber zu verschicken, bedeutet das nicht, dass deine Chancen automatisch steigen. 

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Nimm es nicht persönlich

Wir haben es am Anfang schon gesagt – eine Jobabsage tut weh. Wer das Ganze aber zu persönlich nimmt, den schmerzt es noch mehr. Eine Absage bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast, oder dass deine Qualifikation allgemein nicht ausreichend ist. Es bedeutet lediglich, dass der Recruiter nicht der Meinung war, dass du auf die konkrete Stelle passt. Ob das wirklich so ist, sei dahingestellt. Schließlich seid ihr euch niemals persönlich begegnet. Selbst nach dem Bewerbungsgespräch weiß der Personaler nicht besonders viel über dich und basiert seine Entscheidung lediglich auf einem Gespräch, das selten länger als eine Stunde dauert. 

Auch wenn wirklich alles passt und du ein sehr gutes Gefühl hast, kann es sein, dass eine Absage bei dir ankommt. Das muss nicht einmal an dir liegen oder daran, dass jemand noch besser passte – in manchen Fällen ist die Stelle nur formal ausgeschrieben, wurde aber längst an jemanden vergeben und deine Bewerbung wurde gar nicht mehr berücksichtigt. 

Tipp: Bleibe auch bei Ablehnung immer professionell. Einen besonders guten Endruck macht es, wenn du noch eine Antwort schreibst, dich bedankst und nach den Gründen der Absage fragst. Das ist eine perfekte Gelegenheit für dich, nicht den gleichen Fehler zu wiederholen und gleichzeitig einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.
 


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Wollen sie dich nicht – oder willst du sie nicht?

In einer Zeit des Fachkräftemangels lohnt es sich auf jeden Fall, auch einmal den Spieß umzudrehen. Es soll nun einmal nicht darum gehen, wie du auf deinen potenziellen Arbeitgeber wirkst, sondern darum, wie er auf dich wirkt. Schließlich sollst auch du dich in deinem neuen Job wohlfühlen und eine gute Wahl treffen. Schau dir also deinen Arbeitgeber genauso gut an, wie er sich dich anschaut. Die folgenden Punkte helfen dir dabei:
 

  • Wie wirkt das Team auf dich? Könntest du dir vorstellen, mit den Leuten langfristig produktiv zusammenzuarbeiten? Fühlst du dich wohl?

  • Wie sind die Rahmenbedingungen – könntest du hier langfristig glücklich werden und dich weiterentwickeln?

  • Interessierst du dich wirklich für die Stelle oder möchtest du sie nur, weil du momentan keine Alternative in Aussicht hast?

 

Bei Absagen heißt es: Nur nicht den Mut verlieren! Statistisch gesehen hast du mit etwas Durchhaltevermögen und einer positiven Einstellung alle Chancen auf einer Stelle, die zu dir passt. Überstürze es nur nicht und nehme gleich das erstbeste Angebot an, das sich dir bietet. Bei der Stellensuche darfst du ruhig anspruchsvoll sein, du sollst ja schließlich einen Großteil deiner Lebenszeit in dem Job verbringen. Kommen nur Absagen, solltest du die Chance wenn möglich nutzen und mit den Personalern über die Ursachen sprechen. Die Optimierung deiner Bewerbung sollte dann deine Priorität sein. Für die perfekte Stelle lohnt sich die Arbeit – und wenn dann endlich die heiß ersehnte Zusage kommt, ist ohnehin alles vergessen!

 


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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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