Dank Legal Tech gestalterisch & international als Rechtsanwaltsanwärter!

Mehr zum Umgang mit der Digitalisierung bei Freshfields im Interview mit Lukas Treichl...


veröffentlicht am 18.03.2019

 

Lukas Treichl arbeitet nunmehr seit zwei Jahren als Rechtsanwaltsanwärter im Bereich Gesellschaftsrecht/M&A bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Wien. Themen der Digitalisierung und die Beratung von Technologieunternehmen stellen bei Freshfields seinen Hauptaufgabenbereich dar. Im Interview berichtet uns Lukas, warum eine internationale und innovative Kanzlei für eine Tätigkeit im Bereich Digitalisierung und Legal Tech der ideale Arbeitgeber ist..

 

Lukas, du wurdest mit einem Award ausgezeichnet. Um welchen handelt es sich hierbei?

Im Rahmen der Financial Times Innovative Lawyers Awards wurde ich in der Kategorie "Data, Knowledge & Intelligence" europaweit ausgezeichnet. Die Financial Times bewertet hier innovative Entwicklungen im Bereich der Rechtsberatung.

 

Für welche konkreten Leistungen wurdest Du ausgezeichnet?

Ausgezeichnet wurde ich, gemeinsam mit dem Wiener Büro von Freshfields, für die Entwicklung eines Tools für Due Diligence Prüfungen. Bei einer Due Diligence Prüfung (etwa im Rahmen einer M&A-Transaktion) werden oft tausende Dokumente auf potentielle Risiken für den Mandanten untersucht. Das entwickelte Tool dient der Zusammenführung der Ergebnisse unterschiedlicher Analytics und AI-Tools, erleichtert die Abwicklung und Koordination der manuellen Reviewprozesse - oft unter Einbindung mehrerer internationaler Büros - und bereitet die Ergebnisse des Reviews für den Mandanten anschaulich auf.

 

Technisch betrachtet dient das Tool als Datenintegrationsplattform und Trichter für die Transformation von unstrukturierten in strukturierte Daten.

 

Zusätzlich erhält der Mandant mittels Live-Updates maximale Transparenz über Fortschritt, identifizierte "Findings" und den Status des Gesamtprozesses. Dies erlaubt eine neue Form der Zusammenarbeit und Interaktion mit dem Mandanten.

 

Lukas, würdest du dich selbst als Technologie-Experten bezeichnen?

Keinesfalls - maximal als interessierten Laien. Bei der Entwicklung von technischen Tools ist es selbstverständlich von Vorteil, Grundsätze der Softwareentwicklung zu verstehen und mit Termini aus der Technik bzw. Softwarewelt vertraut zu sein (z.B. domain model, query, array, backend, hash etc.). Für die Wahrnehmung einer Brückenfunktion bei der Entwicklung solcher Tools gilt es aber für Juristen vor allem die juristischen Prozesse zu verstehen und diese stets zu hinterfragen. Erfahrungsgemäß ist es wesentlich effizienter, die Programmierung auf fachlich versierte Developer auszulagern und sich mit diesen laufend abzustimmen.

 

Agile Methoden erlauben uns hier die effiziente Zusammenarbeit als Team mit Mandant, Softwareentwickler und Juristen.

 

Welche Rolle spielt Legal Tech bei Freshfields?

Komplexe juristische Probleme erfordern oft den Umgang mit großen Datenmengen. Etwa in Großverfahren, bei denen täglich mehr als 1000 Klagen erfasst und kategorisiert werden müssen, oder in denen die Durchsicht von tausenden Dokumenten in zahrleichen Jursidiktionen im Rahmen einer Due Diligence Prüfung notwendig ist, erfordert dies neue technische Lösungen und Herangehensweisen, um dem Mandanten ein wirtschaftliche Lösung bieten zu können. Außerdem ist es mit Legal Tech möglich, neue Leistungen zu erbringen, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren. Zum Beispiel können wir aus der Durchsicht von Dokumenten für eine Transaktion die Ergebnisse dem Mandanten so aufbereiten, dass er diese direkt in sein internes Vertragsmanagement übernehmen kann.

 

Automatisierung von repititiven Tätigkeiten legt aber vor allem Ressourcen frei, sodass sich Juristen wieder auf ihre Kerntätigkeit - die Erarbeitung von juristischen Lösungen - konzentrieren können.

 

Welche Top-Player wurden für Freshfields erfolgreiche Legal-Tech-Mannschaft aufgestellt?

Wir haben ein Team von Juristen mit exzellentem technischen Know-How in unterschiedlichen Standorten mit vielseitigen Qualifikationen (darunter abgeschlossenes Informatikstudium, 20 Jahre Softwareentwicklungserfahrung oder fachkundige Laien). Wichtiger als die Skills des Einzelnen ist jedoch unsere Herangehensweise: Wenn ein komplexes rechtliches Problem auftritt, setzen wir uns in unserem neuen "Freshfields Lab" in Berlin mit Entwicklern, Technologieanbietern und Mandanten zusammen und erarbeiten gemeinsam eine spezifische Lösung als Team.

 


Eindrücke vom Freshfields Lab:

Freshfields Lab Berlin Präsentation Freshfields Lab Berlin Besprechung

 


 

Welche Zusatzqualifikation muss ein Bewerber im Bereich Legal Tech bei Freshfields mitbringen, um nicht sofort auf dem Stapel der Absagen zu landen?

Interesse und Neugier für diesen Bereich ist natürlich die Grundlage. Außerdem helfen jegliche technischen Vorkenntnisse (etwa im Bereich von Web-/Softwaredevelopment), um die Grenzen des technisch Machbaren zu kennen bzw. den Aufwand grob abschätzen zu können und so die Brückenfunktion zwischen Softwareentwicklern und Juristen auszufüllen.

 

Gibt es schon während der Juristenausbildung eine Möglichkeit, sich auf diese Fachrichtung zu spezialisieren? Was empfiehlst du?

Wir sehen hier an den Universitäten erste Ansätze für spezifische Kursangebote. Zudem arbeitet das Freshfields Lab auch aktiv an Kooperationen zwischen der Praxis und diversen Hochschulen. Jährlich veranstaltet Freshfields einen Legal Hackathon. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist natürlich empfehlenswert, weil sie die Evaluierung der eigenen technischen Skills an Problemen der Rechtsberatung ermöglicht.

 


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Ist der Anwaltsberuf durch die Entwicklungen im Bereich Legal Tech in deinen Augen interessanter geworden?

Für jemanden, den Software interessiert, selbstverständlich!

 

Die Effizienzsteigerungen, welche technische Lösungen auch in traditionellen juristischen Prozessen leisten können, sind jedenfalls sehr eindrucksvoll.

 

Die digitale Transformation bietet hier noch sehr viel Potential. Hier an vorderster Front mitgestalten zu können, ist super spannend.

 

Von welchen konkreten Neuerungen profitiert der Anwaltsalltag dadurch bei Freshfields ganz besonders?

Innovative Lösungen beeinflussen unseren Alltag einerseits im Tagesgeschäft mit dem Mandanten, andererseits aber auch in der Form von Effizienzsteigerung. Im Alltag ist es vor allem die neue Art der Zusammenarbeit mit dem Mandanten an gemeinsamen, innovativen Lösungen und das Neudenken klassischer juristischer Prozesse. Natürlich profitieren wir aber auch etwa durch die Automatisierung der Abrechnungssysteme, Speech-to-text Lösungen und den Einsatz von allgemeinen technologischen Neuerungen.

 

In welche Fachbereiche ist die Digitalisierung Ihrer Meinung nach noch nicht zur Genüge vorgedrungen? Wo besteht noch Nachholbedarf?

Die Digitalisierung bietet noch sehr großes Potential. Aufgrund der - aus gutem Grund bestehenden - regulatorischen Beschränkungen für den anwaltlichen Beruf, müssen viele bereits vorhandene technische Lösungen vor allem im Cloud-Bereich sehr genau auf die Einhaltung von Datensicherheits- und Cybersecurity-Standards geprüft werden. In der Praxis hemmt dies oftmals die Verwendung von modernen Technologien. Außerdem sehen wir, dass die Branche dazu neigt, innovative Lösungen off-the-shelf zu kaufen.

 

Die eigentliche Arbeit liegt dann aber in der effizienten Integration dieser Tools in unsere Arbeitsschritte und -produkte. 

 

Auf welche Neuerungen in diesem Bereich warten Sie ganz gespannt?

Spannend wird es, sobald sich die Branche von der Betrachtungsweise von "Legal Tech" als isolierte und sektorspezifische Produkte löst und mit dem Geschäft der Mandanten über den breiten Einsatz von Technologie und Software in den Arbeitsprozessen zur Effizienzsteigerung nachdenkt.

 

Welches eine große Ziel steht hinter all diesen Innovationen?

Ich glaube nicht, dass es hinter der Innovation in der Rechtsbranche ein einziges Ziel gibt. Wir können mit dem Einsatz von Technologie Effizienzen steigern, neue Formen der Zusammenarbeit mit dem Mandanten ermöglichen und neue Produkte schaffen. Die Rechtsbranche steht hier bestimmt vor einem großen Umbruch. 

 

Mehr über die Großkanzlei Freshfields in Wien

 

Auf welche Nebenwirkungen der umfassenden Digitalisierung könntest du gut und gerne verzichten?

Digitalisierung allgemein verändert unsere Gesellschaft nachhaltig. Wir sehen momentan Bewegungen am Arbeitsmarkt, die selbstverständlich nicht nur erfreulich sind. Die Frage ist, wie wir damit als Gesellschaft langfristig umgehen und ob wir rechtzeitig darauf reagieren. 

 

Würdest du dich, mit all den Erfahrungen im Rucksack, heute anders auf die Tätigkeit im Fachbereich Technologie vorbereiten?

Vor dem Hintergrund der jetzigen Erfahrungen hätte ich mich vielleicht noch weiter in die Softwareentwicklung vertieft und hier vielleicht vor meinem Einstieg bei Freshfields auch noch anderweitig Berufserfahrung gesammelt. Grundsätzlich denke ich aber, dass in einem entsprechenden Setting jeder seinen Beitrag im Bereich der digitalen Transformation und Innovation leisten kann.

 

Wieso würdest Du dich jederzeit wieder für diesen Bereich entscheiden?

Der Bereich der Digitalisierung erlaubt einem sehr früh in der Karriere eine gestalterische Rolle zu übernehmen und so Einfluss auf geschäftliche Entscheidungen zu nehmen. Außerdem ist die Zusammenarbeit in diesem Bereich sehr international und man kommt daher sehr viel herum. Besonders genieße ich jedoch die Zusammenarbeit über traditionelle Rollenverständnisse hinaus und den Austausch mit weiteren engagierten Personen mit diversen beruflichen Hintergründen. Ich würde mich daher jederzeit wieder für diesen Bereich entscheiden.

 

Die Digitalisierung der Rechtsbranche bietet großes Potential für Veränderung, hier an vorderster Front aktiv mitzugestalten ist super spannend und bietet vielseitige Karrierechancen.

 

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