Jus-Prüfungsvorbereitung im Team

So wird die Lerngruppe zum vollen Erfolg


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 22.05.2019

 

Es gibt Leute, die besser allein lernen. Das ist eine Tatsache und daran wollen wir nicht rütteln. Allein zu lernen bringt einige Vorteile mit sich: Freie Zeiteinteilung, freie Schwerpunktsetzung, individuelle Lerntechniken und bessere Konzentration sind nur ein paar davon. Wer aber denkt, alleine zu lernen sei die einzige Möglichkeit, sich effektiv auf die Prüfungen vorzubereiten, der sollte einmal Lerngruppen in Betracht ziehen.

 

Teamwork – Das sind die Vorteile

Mit einer Lerngruppe zu lernen, erfordert meist einiges an organisatorischem Geschick. Allerdings lohnt sich der Aufwand - Wenn ihr euch zusammen auf die Prüfungen vorbereitet, habt ihr folgende Vorteile:

  • Ihr seid motivierter, weil auch eure Kollegen von eurer Lernleistung abhängig sind und davon profitieren, dass ihr gut vorbereitet seid

  • Gleichzeitig könnt ihr auf das Wissen eurer Kollegen bauen. Was der eine nicht weiß, weiß vielleicht ein anderer. Durch den Austausch weiß jeder von euch ein wenig mehr

  • Schwarmwissen regelt: Ihr lernt von euren Kollegen neue Herangehensweisen an die Fälle und wie in einem Puzzle könnt ihr alle dazu beitragen, dass der gestellte Fall gelöst wird

  • Der Spaßfaktor darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Wenn ihr Freude am Lernen im Team habt, werdet ihr auch mehr von dem Stoff behalten und euch besser motivieren können

 

Hier haben wir noch weitere Tipps, wie du dich zum Lernen motivieren kannst:
Motivation gleich null? 7 Tipps für eine erfogreiche Woche

 

Nur geladene Gäste - Wer darf in die Lerngruppe?

Natürlich wollt ihr nicht einfach mit irgendwelchen dahergelaufenen Jus-Studenten eine Lerngruppe starten. Ihr solltet auf jeden Fall darauf achten, dass ihr zusammen gut funktioniert. Eine bunt zusammengewürfelte Truppe ist dafür nicht unbedingt geeignet. Darauf solltet ihr achten, wenn ihr euch zusammentut:

  • Mit Personen, die euch sympathisch sind, lernt es sich besser. Ihr müsst nicht unbedingt beste Freunde sein (das kann sogar zu zu viel Ablenkung führen), aber es sollte auch niemand in der Gruppe sein, den keiner von euch leiden kann. Wichtig ist, dass kein Konkurrenzkampf aufkommt. Ihr solltet natürlich zusammenarbeiten und nicht gegeneinander antreten!

  • Auch die Anzahl der Personen, mit denen ihr lernen wollt, sollte gut überlegt sein. Zu viele Leute können zu Zerstreuung führen und einen gemeinsamen Termin zu finden ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Habt ihr zu wenig Mitglieder, seid ihr zu sehr voneinander abhängig. Stellt sich dein einziger Mitstreiter als unzuverlässig heraus oder ist auf einem ganz anderen Level als du, wird es kompliziert. Am besten lernt man in einer Gruppe von drei bis fünf Personen.

  • Ihr solltet euch außerdem alle über eure Ziele einig sein. Dazu gehört einerseits, dass ihr alle in etwa auf demselben Stand seid. Wenn du im fünften Semester bist, hast du beispielsweise nur wenig von einem Austausch mit einem Studienanfänger. Andererseits solltet ihr euch auch über den Zeitplan und die Intensität der Lernphase einig sein. Wie viele Stunden pro Woche investiert werden, sollte man fest planen.

 

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Die Suche nach Mitstreitern

Am naheliegendsten ist es natürlich, mit euren Studienkollegen aus den Vorlesungen zu lernen.

 

So könnt ihr euch sicher sein, dass ihr alle auf einem vergleichbaren Wissensstand seid.

 

Sollte das keine Option sein, könnt ihr auch in den sozialen Medien nach Mitlernen suchen. In Jus-Facebookgruppen oder auch ganz klassisch am Schwarzen Brett kann man es beispielsweise versuchen.

 

Damit du während deinem Studium keine Zeitproblme bekommst:
Guide zum erfolgreichen Jus Studienmanagement

 

Strategisch im Vorteil – So lernt man richtig

Bevor ihr eure erste Sitzung startet, solltet ihr euch Gedanken darüber machen, wie ihr am besten vorgeht, um effektiv eure Ziele zu erreichen. Diesen Schritt solltet ihr auf keinen Fall vernachlässigen, da euer Lernerfolg von einer guten Planung abhängt. Nehmt euch ruhig ein bis zwei Stunden Zeit, um alles genau zu besprechen. Eine Strategie, die sich in Jus-Lerngruppen durchgesetzt hat, ist es, einen wechselnden Moderator zu bestimmen, der sich einen Fall raussucht und vor der Sitzung den anderen Gruppenmitgliedern zukommen lässt. In der Sitzung wird dann in der Gruppe unter Anleitung des Moderators der Fall gelöst.

 

Dieser kennt die Ideallösung und hilft dabei, die anderen in die richtige Richtung zu lenken.

 

Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die verschiedenen Rechtsgebiete abgedeckt werden. Öffentliches Recht, Strafrecht und Zivilrecht sollten wenn möglich abwechselnd besprochen werden, wenn von euch nicht anders priorisiert.

Natürlich könnt ihr auch eine andere Strategie anwenden oder euren Ablauf um einen Punkt ergänzen. Beispielsweise gibt es Lerngruppen, in denen einfach nur geredet wird. Was erst einmal nicht sehr produktiv klingt, kann durchaus hilfreich sein: Wenn alle Mitglieder dasselbe Thema gelernt haben, macht es Sinn, sich abends darüber zu unterhalten und das Wissen dadurch in lockerer Atmosphäre zu ergänzen und zu festigen. Natürlich kann das auch daneben gehen, nämlich dann, wenn das Gespräch in andere Themen abdriftet.

 

Deshalb macht es auch hier Sinn, einen Moderator zu ernennen, der sich darum kümmert, dass auch wirklich über das relevante Thema gesprochen wird.

 

Auch das Abfragen von Definitionen oder Argumenten kann hilfreich sein und eignet sich gut für Gruppen. Werdet kreativ in eurer Lernstrategie: Denkt euch spannende Szenarien aus und macht euren Fall zum Rollenspiel, oder bastelt euer eigenes Brettspiel. Alles, was euch hilft, ist erlaubt.

 

Lust bekommen, eure eigene Jus-Lerngruppe zu starten? Dann keine falsche Scheu: Zusammen zu lernen macht Spaß und eröffnet euch eine neue Perspektive auf den Stoff. Natürlich sind nicht alle Teams ein voller Erfolg. Auch wenn ihr nicht mehr in der Schule seid, wo Gruppenarbeiten mehr aus Pflicht als aus Eigenmotivation heraus entstanden, gibt es auch unter euren Studienkollegen das ein oder andere schwarze Schaf, das die anderen für sich mitarbeiten lässt. Und manchmal muss man auch einfach einsehen, dass man lieber allein lernt. Das sollte euch aber auf keinen Fall davon abhalten, das Ganze einmal auszuprobieren! Viele Lerngruppen berichten von tollen Erfolgen und demensprechenden Ergebnissen in den Prüfungen. Wollt ihr euch diese Möglichkeit wirklich entgehen lassen?

 


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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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