Jus ist keine Sackgasse!

​5 Job-Alternativen für Juristen

 

Hast du schon einmal an deiner Entscheidung zum Jus-Studium gezweifelt? Es gibt Momente, in denen man sich fragt, was hätte sein können. Vielleicht wäre Sozialpädagogik doch die bessere Wahl gewesen, vielleicht hätte eine Ausbildung besser zu dir gepasst oder du hättest einfach das machen sollen, was alle dir gesagt haben, und Lehrer werden sollen. Es ist nicht leicht, in einem Beruf zu arbeiten, von dem man nicht das Gefühl hat, dass er wirklich passt. Vor allem, wenn dieser Beruf sehr viel Hingabe fordert. Doch als Jurist hast du mehr Optionen als du denkst – du musst nur genauer hinsehen!
 

Der Legal-Project-Manager 

Für Juristen mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund könnte dieser Beruf interessant sein: Hier bist du gleichzeitig Jurist und Projektmanager. Du bist also nicht per se als Anwalt eingestellt, sondern dafür zuständig, dass in großen Kanzleien oder Unternehmen große juristische Projekte reibungslos ablaufen. Dazu gehört zum Beispiel, dass du die finanziellen und zeitlichen Rahmenbedingungen im Blick hast, aber auch, dass du Qualitätsmanagement betreibst. Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht außerdem darin, dass du auch außerhalb von bestimmten Projekten überwachst, ob alle rechtlichen Standards eingehalten werden. 
 

Ein Legal-Project-Manager wir man am besten, wenn man neben dem Jus-Studium auch Erfahrungen oder eine Ausbildung im wirtschaftlichen Bereich hat und sehr gut mit Zahlen und Daten umgehen kann. Sehr wichtig sind daneben auch IT-Kenntnisse. Als „klassischer“ Jurist musst du hier also einige Zusatzqualifikationen und Erfahrungen sammeln, aber dieses Feld hat definitiv Zukunft: Allrounder werden immer wichtiger, um die Arbeit der Spezialisten gewinnbringend zu lenken. 


Als Legal-Project-Manager brauchst du vor allem Flexibilität, Kommunikationstalent und Selbstbewusstsein – denn bei vielen Anwälten wirst du weiterhin als „Jurist zweiter Klasse“ gelten, was du dir nicht gefallen lassen solltest.
 


Neue Stadt? Neue Herausforderung? Oder beides?

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Der juristische Journalist

Viele Juristen sind zum Recht gekommen, weil sie gut mit Wörtern umgehen können – eine Fähigkeit, um die du natürlich auch als Journalist nicht herum kommst. Korrekt arbeiten, recherchieren und komplexe Sachverhalte zu verstehen, hast du schon in deinem Studium gelernt und bringst so bereits wichtige Qualifikationen mit. 
 

Juristische Journalisten sind sehr gefragt, denn ohne diesen fachlichen Hintergrund ist es oft schwierig, die Themen für den durchschnittlichen Leser verständlich aufzubereiten.


Du kannst zum Beispiel bei der Presse arbeiten, bei juristischen Verlagen oder sogar als Gerichtsreporter und so der Öffentlichkeit die Geschehnisse in der Jus-Welt nahebringen. Dafür solltest du Erfahrungen sammeln und zum Beispiel durch freie Mitarbeit, Gastartikel oder Praktika dein Können unter Beweis stellen. Einen „richtigen“ Einstieg in den Journalismus gibt es nicht – hier bringen dich gute Verbindungen am meisten weiter.

Übrigens: Viele Juristen versuchen sich auch als Autoren und einige davon sind damit überaus erfolgreich. Besonders bekannt sind in dieser Hinsicht zum Beispiel der US-Amerikaner John Grisham oder die deutsche Autorin Juli Zeh. Auch Goethe, ETA Hoffmann, Theodor Storm, Robert Louis Stevenson und zahlreiche andere große Schriftsteller haben einen juristischen Hintergrund!

 

Die Assistenz der Geschäftsführung

Vom Juristen zum Assistenten – ist das nicht ein Abstieg? Nein, denn als Assistenz der Geschäftsführung bist du praktisch die rechte Hand des Chefs und unterstützt ihn bei allen wichtigen Aufgaben. Dazu gehört nicht nur Organisation und das Vereinbaren von Terminen – wenn du als Jurist als Assistent eingestellt wirst, wird viel mehr von dir erwartet. Du berätst die Geschäftsleitung in juristischen Fragen, die im Tagesgeschäft aufkommen oder vertrittst das Unternehmen in Rechtsstreitigkeiten. Im Endeffekt bist du also ein Rundum-Talent, auf das man sich verlassen kann. Dabei ist jede Assistentenstelle individuell: Viele kümmern sich beispielsweise auch um die Pressearbeit oder das Marketing.

Was dabei für dich herausspringt, sind vor allem sehr gute Zukunftsaussichten. In dieser Position kannst du für das Unternehmen unverzichtbar werden und schnell Führungsverantwortung übernehmen. Beim Aufstieg ins höhere Management steht dir dann nichts mehr im Wege!
 


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Der Mediator

Dir fehlt im juristischen Alltag der Umgang mit Menschen? Dann könnte der Beruf des Mediators etwas für dich sein. Dieser vermittelt zwischen Konfliktparteien, die eine außergerichtliche Einigung anstreben. Dazu gehört eine Menge Fingerspitzengefühl und ein gutes Gespür für Menschen und Situationen. Wenn du dir also Konfliktmanagement zutraust und auch Interesse an psychologischen Themen hast, solltest du eine Zusatzqualifikation zum zertifizierten Mediator in Betracht ziehen. Ohne eine solche kannst du in Österreich nicht als Mediator arbeiten. 
 

Der Entwicklungshelfer

Eigentlich wolltest du Jurist werden, um Menschen zu helfen – jetzt sitzt du in der Wirtschaftskanzlei und vertrittst Großkonzerne? Dann wird es Zeit, deinen Horizont zu erweitern, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Juristen werden in der Entwicklungszusammenarbeit immer wieder gebraucht, vor allem, wenn sie sehr gute Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung mitbringen. 

In diesem Bereich warten spannende Aufgaben auf dich, bei denen du wirklich etwas bewegen kannst. So ist es möglich, dass du in Organisationen arbeiten kannst, die in Partnerländern das Rechtssystem umstrukturieren, neue Gesetze entwerfen oder alte Gesetze modernisieren und eine beratende Funktion übernehmen. So kannst du zum Beispiel mithelfen, Korruption zu bekämpfen oder einen effizienteren Arbeitsmark aufzubauen. Alles in allem ein sehr lohnendes Feld, auch wenn sich hier der Einstig schwieriger gestalten kann.
 


Der Schritt ins Ausland steht ohnehin auf deiner To-Do-Liste?

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Wenn du dich nach dem Studium oder sogar mitten in der Karriere für einen anderen Weg entscheiden solltest, stehen dir viele Türen offen. Juristen sind immer gefragt – das Recht ist schließlich allgegenwärtig und besteht weit über die Grenzen von Kanzleien und Gerichten hinaus. Überlege dir, was du wirklich möchtest und wo du dich in der Zukunft siehst. Möchtest du Konflikte lösen? Möchtest du andere vom Thema Recht begeistern? Möchtest du anderen helfen? Dasselbe Einstiegsgehalt wie in der Großkanzlei kannst du bei den meisten Alternativen leider nicht erwarten, doch auch hier gibt es für talentierte und leidenschaftliche Juristen sehr gute Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten. 
 


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