Ist der LL.M. ein Privileg für Reiche?

Überblick: Das kostet ein Master of Laws


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 27.02.2019

 

Die Nachfrage nach einem LL.M. ist auch bei österreichischen Kanzleien immer größer. Dementsprechend entscheiden sich auch immer mehr Juristen für diese Zusatzqualifikation. Der Nutzen eines LL.M.s lässt sich schließlich nicht bestreiten. Viele Juristen sind dennoch von den Kosten abgeschreckt: Nicht selten gehen allein die Studiengebühren in den fünfstelligen Bereich. Wie viel man für einen LL.M. konkret einplanen sollte und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt, möchten wir im Folgenden genauer beleuchten.

 

Die Kosten: Es kommt darauf an.

Jede Law School ist anders. Preise für einen LL.M. reichen von „eigentlich ganz günstig“ bis „wie zur Hölle soll ich mir das leisten“. Am teuersten kommen den Jusstudenten die Eliteuniversitäten in den USA.

 

Harvard, Yale und Co., so toll die Namen auch klingen, schrecken mit Preisen von 50.000 – 60.000 US-Dollar pro einjährigem Master of Laws viele potenzielle Bewerber ab.

 

Auch die weniger elitären Hochschulen liegen den Studenten noch ordentlich auf der Tasche. Unter 20.000 Dollar geht hier in der Regel nichts.

Preislich eine Stufe nach unten geht man, wenn man Richtung England schaut. Hier gibt es die Elite-Universität im Vergleich mit den USA zum Schnäppchenpreis. In Cambridge und Oxford studiert man schon für 10.000 Euro – Aber auch nur wenn man angenommen wird. Die Elite-Bezeichnung haben die Unis ja nicht umsonst. Wenn man sich mit einer etwas weniger exzellenten Hochschule zufriedengeben möchte, kommt man in England mit ab 4000 Pfund relativ günstig weg.

Noch einmal deutlich günstiger wird es im Osten.

 

Länder wie Bulgarien, Polen und Ungarn beginnen schon bei 1000 bis 3000 Euro und auch Deutschland darf sich hier einreihen: für schon ca. 4500 Euro kann man hier studieren – verglichen mit den oben genannten Staaten ist das immer noch ein recht fairer Preis.

 

Ein ganz anderes Thema sind noch einmal die Lebenshaltungskosten. Nicht nur die Studiengebühren sind beispielsweise in Osteuropa günstiger als woanders, auch die Fixkosten bleiben hier unter österreichischen Verhältnissen. Ganz anders sieht das natürlich in einer Stadt wie New York aus. Monatsmieten von 1500 US-Dollar für ein Zimmer im Studentenwohnheim sind hier absolut keine Seltenheit und auch wenn man nicht direkt auf dem Campus wohnen möchte, sollte man mindestens 700 Dollar monatlich für ein Zimmer in einer WG einplanen.


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Natürlich kannst du selbst am besten abschätzen, wie viel Geld du zum Leben brauchst. Wenn du schon zu Hause sehr sparsam bist, dann musst du nicht gerade vom Schlimmsten ausgehen. Stelle dich aber trotzdem auf die Preise in deinem Zielland ein und plane auch ein, im Notfall etwas mehr ausgeben zu können. Ist das alles geklärt, solltest du dir Gedanken machen, wie genau du dir deinen LL.M. finanzieren möchtest.

 

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LL.M. Überblick Kosten & Gebühren

LL.M. - Kostenüberblick

Law School

Lebenshaltungskosten LL.M. Studiengebühren

Northwestern Pritzker School of Law  

12.600 $

67.066 $

Washington University School of Law

21.500 $

56.810 $

Dresden International University (DIU)

k.A.

12.000 - 20.000 €         

University of Connecticut School of Law

22.216 $

28.560 - 31.824 $

Westfälische Wilhelms Universität Münster / JurGrad gGmbH

k.A.

9.900 - 14.700 €

Peter A. Allard School of Law - University of British Columbia (UBC)

26.000 $ 31.986 - 36.358 $ 

Frankfurt School of Finance & Management

k.A. 20.000 - 24.800 €

Technische Universität Dresden

k.A. 2.500 €

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

600 - 880 € / Monat 500 € pro Semester
IE Law School 1.200 - 2.000 € / Monat 31.700 - 39.700 €

IUBH Fernstudium

k.A. 11.983 €

Erasmus School of Law

300 - 970 € / Monat

2.078 - 5.500 € 

Institute for Law and Finance, Goethe University Frankfurt am Main

800 - 1.000 € /Monat

18.000 - 20.000 €

Boston University School of Law

17.500 $

52.000 $ 

University of San Diego School of Law

26.500 $

1.820 $ per credit

LL.M. in International Business Law Université libre de Bruxelles

k.A. 4.900 €

Ruhr-Universität Bochum

k.A. 3.500 €
 

 

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Plündere dein Sparschwein

Umso früher du weißt, ob und wo du einen LL.M. machen möchtest, umso besser. Beginne so früh wie möglich mit der Planung, um Zeit zu haben, hin und wieder etwas zurückzulegen. Du bist gut beraten, gleich nach Erhalt deines Lohns aus deinem Studentenjob eine feste Summe abzuzwacken und auf einem eigenen Konto zu deponieren. Auch wenn du keinen Job hast, solltest du auf deine Ersparnisse oder auf Geburtstagsgeld und ähnliche verwandtschaftliche Zuwendungen zurückgreifen. Denke immer daran, dass du in deine Zukunft investierst.

 

Frag deine Eltern

Spring über deinen Schatten und ruf zu Hause an. Du wärst überrascht, wie großzügig deine Eltern oder Großeltern sein können, wenn es um deine Zukunft geht. In einem ehrlichen Gespräch kannst du dann deine Familie darüber informieren, wie dich ein Master of Laws weiterbringen würde.

 

Respektiere aber trotzdem die mögliche Entscheidung deiner Eltern, dir nicht dein Studium zu finanzieren.

 

Nicht alle sind dazu in der Lage und Finanzen sollten kein Grund für einen Streit in der Familie sein. Alternativ kannst du auch anbieten, das Geld, oder zumindest einen Teilbetrag, innerhalb eines gewissen Zeitraums zurückzuzahlen – etwa in den nächsten fünf Jahren. Das sollte aber genau, also am besten schriftlich, festgelegt werden. In fünf Jahren erinnert sich sonst niemand mehr an diese Abmachung und Stress ist praktisch vorprogrammiert.

 


Der Traum von der eigenen Kanzlei:

Ich wollte schon immer mein "eigener Herr" sein


 

Stipendien

Geld geschenkt bekommen: Der Traum eines jeden Studenten. Stipendien sind nicht unbedingt Musterstudenten vorbehalten, es lohnt sich also auch sich umzuhören, wenn man keine Top-Noten vorweisen kann. Zwei Arten von Stipendien sind verbreitet: Einmal diejenigen, die man direkt von der Universität erhält. Damit sichert sich die Uni gute Studenten, die sich das Studium sonst vielleicht nicht leisten könnten oder möchten. Allerdings kann es schwierig sein, an ein solches Stipendium zu kommen. Die Alternative sind externe Stipendien. Solche Angebote findet man beispielsweise über die Seite grants.at. Ansonsten solltest du über Stipendien von Stiftungen nachdenken. Das können zum Beispiel politische, religiöse oder private Stiftungen sein, bei denen man sich aber früh genug bewerben muss. Wenn man das berücksichtigt, stehen die Chancen hier gar nicht so schlecht:

 

Weil viele nichts von diesen Angeboten wissen, fehlen sogar oft Bewerber - also vielleicht bist du ja der Nächste.

 

Eine ausführliche Recherche lohnt sich also definitiv.

 

Im Endeffekt musst du selbst wissen, wie viele Opfer du für deine Ausbildung bringen möchtest. Im Zweifelsfall solltest du auf jeden Fall eine günstigere Alternative ins Auge nehmen. Ob sich ein LL.M. in den USA wirklich lohnt, wenn er sich finanziell im Moment einfach nicht stemmen lässt und vielleicht ein Master an einer Universität in Osteuropa nicht sinnvoller wäre, sollte sehr genau abgewogen werden.

 


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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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