Internationalität bei Freshfields: „Jede große Reise beginnt mit einem kleinen Schritt.“

Von Wien über Johannesburg bis Hongkong


veröffentlicht am 24.07.2019

 

Wir sprechen mit Maria Tumpel und Noel Zamani von Freshfields über ihre Auslandserfahrungen!

 

 Maria Tumpel - Freshfields  Rechtsanwalt Zamani  - Freshfields


Maria: "Ich bin seit zwei Jahren Rechtsanwaltsanwärterin im Bereich Corporate/M&A bei Freshfields. Bereits in meiner Schulzeit sowie im Studium war ich oft im Ausland (England, Malta, China, USA, Schottland, Taiwan). Jede dieser Erfahrungen hat mich persönlich bereichert und von jedem dieser Länder und Kulturen habe ich etwas mitgenommen und fühle mich dort ein wenig zuhause. Auch die internationalen Freundschaften sind geblieben."

Noel: "Ich habe vor ca. 5 Jahren bei Freshfields als Rechtsanwaltsanwärter begonnen und bin seit diesem Jahr Rechtsanwalt im Bereich Corporate / M&A. Für mich sind Auslandsaufenthalte eine tolle Sache und auch ein "Goodie", das sich jüngere Generationen am Arbeitsmarkt immer mehr wünschen. Es ist meines Erachtens gar nicht notwendig, das in der Außendarstellung immer nur als karriereförderlich erklären zu müssen. Es ist auch völlig legitim, eine Auslandserfahrung als "karriereneutrale" aber spannende / außergewöhnliche Etappe des Berufslebens zu sehen."      

 

Maria, was sind für dich die strukturellen Hauptunterschiede zwischen einer national und einer international ausgerichteten Kanzlei?

Maria: Ich denke, dass sich die Besonderheiten einer internationalen Kanzlei wie Freshfields an den Mitarbeitern, der Organisation, den Mandanten und der Zusammenarbeit zeigen. Bei Freshfields kommen Menschen zusammen, die mit Kulturunterschieden sehr gut umzugehen wissen. Im Durchschnitt findet mehr als die Hälfte unserer Tätigkeiten auf Englisch statt, da wir häufig mit Kollegen aus verschiedensten Standorten und für internationale Mandanten arbeiten. Dabei verstehen wir uns über die Grenzen hinweg als ein Team.

Die Besonderheiten zeigen sich auch bei unseren Mandanten, wobei sich kulturelle Unterschiede oft bemerkbar machen - so war es in einem Mandat sehr schwierig, Unterschriften der Vorstände einzuholen, weil diese in der betreffenden Kultur nicht so einfach angesprochen werden konnten. Auch die nicht-juristischen Mitarbeiter arbeiten international – bei technischen Schwierigkeiten rufen wir etwa in Manchester an.

 

Freshfields Hongkong Büro Freshfields Hongkong Büro


So lässt es sich arbeiten: Hongkong ist eine beliebte Auslandsstation bei Freshfields. Bei dieser Aussicht aus dem Büro wissen wir auch warum

 

Große Reise oder kleiner Schritt? Du warst bereits vor deiner Zeit bei Freshfields für ein Jahr in Taiwan. Waren diese Erfahrungen der Grund, weshalb du dich für Freshfields entschieden hast?

Maria: Für mich war nach dem Studium klar, dass ich mich in einem internationalen Umfeld am wohlsten fühle. Die Internationalität der Arbeit bei Freshfields waren daher definitiv ein Mitgrund dafür, dass ich mich bei dieser Kanzlei beworben habe. Zudem kannte ich Freshfields bereits aus einem Praktikum und wusste, dass das Klima angenehm ist.

 

Wichtig war mir auch, viel lernen zu können, und gerade die Komplexität von internationalen Projekten bietet dazu viel Gelegenheit.

 

Die Großkanzlei als Garant für internationale Kontakte und Karrieren? Maria, waren die Praxisgruppen bei Freshfields während der Praktika und auch später multikulturell besetzt? Wie gelang hier der Austausch unter den Kollegen?

Maria: Multikulturalität wird besonders in der Zusammenarbeit zwischen den Standorten gelebt. In einigen Praxisgruppen in Wien arbeiten zudem Anwälte aus unterschiedlichen Jurisdiktionen und es kommen regelmäßig Secondees aus anderen Standorten zu uns. Wir sind es gewohnt, im Rahmen des Arbeitsalltages auf Englisch zu kommunizieren, daher ist der sprachliche Austausch unter Kollegen kein Problem. Im Rahmen von Secondments sowie internen Konferenzen und Trainings vernetzen wir uns intern mit Kollegen aus anderen Standorten, was für die Zusammenarbeit enorm hilfreich ist: So lernen wir das "Gesicht" zur E-Mail-Adresse bzw Telefonnummer kennen.

 

Noel, du hast in Madrid, Wien und Brasilien studiert und Abschlüsse erworben. Weshalb hast du dich gerade für ein Secondment in Südafrika entschieden?

Noel: Die ehrliche Antwort ist, dass sich diese Möglichkeit von selbst ergeben hat. Ich hatte das Glück, dass meine Vorgesetzten, die meinen grundsätzlichen Wunsch eines Auslands-Secondments zu diesem Zeitpunkt bereits kannten, dabei gleich an mich gedacht haben. Mein persönlicher Wunsch war es, für ein Secondment nach Möglichkeit geographisch / kulturell / gefühlt "weiter weg" als innerhalb Europas gehen zu können.

 

Als Südafrika auf dem Tisch lag, habe ich sofort zugesagt. 

 

Gutes Timing ist alles? Wann ist deiner Meinung nach der beste Zeitpunkt, um sich ein internationales Arbeitsnetzwerk aufzubauen, auch im Hinblick auf dein Secondment in Johannesburg?

Noel: Das ist eine schwierige Frage, da Netzwerkaufbau auch von Zufällen abhängt (z.B. welche Mandate fallen gerade an, denn diese bieten in der Regel gleich intensive Berührungspunkte im neuen Arbeitsumfeld; welche social events fallen in den Secondment Zeitraum; etc). Es mündet nicht jeder Kontakt automatisch (jetzt oder später) in einer Geschäftschance - was ja auch gut so ist. Die am ehesten allgemeingültige Aussage ist wohl, dass man schon einige Jahre im Beruf stehen sollte - zumindest 4-5 Jahre Berufserfahrung schaden sicher nicht. 

 



Du möchtest als Konzipient erste Erfahrungen bei Freshfields sammeln

 

Sabbatical, soziales Engagement, flexible Arbeitszeitmodelle... 

 

Schau rein in die Räumlichkeiten von Freshfields



 

„Nǐ hǎo“. Maria, du beherrschst neben Englisch auch Mandarin als Fremdsprache und warst erst kürzlich in der Niederlassung in Hongkong. Bekommt für dich „Internationalität“ hierbei eine neue Bedeutung? Was nimmst du für deine Arbeit aus deiner Zeit in Hongkong mit?

Maria: Das Mini-Secondment in Hong Kong war tatsächlich eine besondere Erfahrung für mich. Aus einem denkmalgeschützten ehemaligen Wohnhaus in der Wiener Innenstadt kam ich in einen hochmodernen Bürotower in Quarry Bay, Hong Kong.

 

Ich saß in einem Viererzimmer mit einem Junior Associate aus Hong Kong, einem Senior Associate aus Sydney und einer Trainee aus England.

 

Der Kollege aus Hong Kong hat zu jeweils einem Drittel auf Englisch, auf Mandarin und auf Kantonesisch gearbeitet - ich konnte ihn zu zwei Dritteln verstehen und hatte natürlich sofort das Bedürfnis, Kantonesisch zu lernen. In der Niederlassung in Hong Kong ist der Anteil an unterschiedlichen Kulturen etwas größer als am Standort Wien. Ich konnte mich mit den Kollegen vor Ort vernetzen und darüber hinaus auch Expatriates in anderen Branchen kennenlernen.

 

Hongkong Freshfields Hongkong Freshfields


Südafrika: links Bürogebäude, rechts eine Sehenswürdigkeit in Johannesburg 

 

Maria, wie genau unterstützte dich Freshfields Bruckhaus Deringer bei der Vorbereitung und der Durchführung deines Aufenthalts in der Hongkonger Niederlassung?

Maria: Freshfields hat alle organisatorischen Aufgaben für mich übernommen, von der Buchung der Flüge bis zu meiner Unterkunft (Serviced Apartement). Mein Arbeitsplatz im Büro in Hong Kong stand mir sofort zur Verfügung. 

 

Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit? Maria, wie und wann hast du deinen Wunsch eines Auslandsaufenthaltes in China angesprochen? Was würdest du denjenigen empfehlen die sich nicht trauen so etwas bereits beim Bewerbungsgespräch zu äußern?

Maria:

 

Mein Interesse daran, die Möglichkeit von Secondments wahrzunehmen, habe ich bereits im Bewerbungsgespräch erwähnt und auch im jährlichen Mitarbeitergespräch angesprochen.

 

Aus meiner Sicht kann es gerade in einer internationalen Kanzlei kein Minuspunkt sein, Interesse an Internationalität zu bekunden - ganz im Gegenteil. Ein Auslandsaufenthalt macht auch aus Sicht der Arbeitgeber Sinn, sei es aufgrund verstärkter Zusammenarbeit mit einem bestimmten Büro oder weil die Vernetzung aus anderen Gründen wünschenswert ist. Ich würde daher empfehlen, jedenfalls daran zu arbeiten, den Wunsch nach einer Auslandserfahrung umzusetzen - im besten Fall profitieren alle Seiten davon.

 

Wie unterschied sich die Dynamik und die Schwerpunktsetzung im Arbeitsalltag unter den Juristen in Hongkong zu Wien?

Maria: Nach meinem Eindruck läuft der Arbeitsalltag der Juristen in beiden Niederlassungen sehr ähnlich ab - wobei die Associates in Hong Kong ein wenig später ins Büro kommen. In Hong Kong wie in Wien findet ein ständiger Austausch unter den Juristen statt, sei es per Skype, Telefon oder persönlich. Die Zusammenarbeit und das Klima bei Freshfields sind nach meiner Erfahrung unabhängig vom Standort sehr angenehm. Ich habe allerdings während meines Mini-Secondments aufgrund der relativ kurzen Dauer weiterhin für das Wiener Büro gearbeitet. Das hat sehr gut geklappt - mit positiven und negativen Seiten (Telefonate zu Wiener Arbeitszeiten inklusive). [Nicht zu vergessen - beim Team Lunch in Hong Kong gab es Dim Sum statt Schnitzelsemmel.]

 

Freshfields Hongkong Dim Sum Freshfields Hongkong Dim Sum


Wer könnte da nein sagen? Nicht nur die Sprache, sondern auch das Essen in Hongkong ist eine (verlockende) Herausforderung

 

Maria, kannst du dir nach deinen Erfahrungen eine dauerhafte Tätigkeit im Ausland bei Freshfields Bruckhaus Deringer vorstellen?

Maria: Das könnte ich mir auf jeden Fall vorstellen und würde mich sehr interessieren. Natürlich müsste das für beide Seiten inhaltlich und organisatorisch Sinn machen.

 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, Noel? – Deinen Bachelor of Business Administration hast du in Madrid und den MBA in Brasilien gemacht. In welchen Studienabschnitten würdest du einen Auslandsaufenthalt empfehlen und weshalb?

Noel: Ehrlich gesagt, spielt der Studienabschnitt aus meiner Sicht kaum eine Rolle. Die Kritieren sind (bzw waren für mich) eher: Gibt es eine interessante Destination (sowohl Land als auch Uni) und gibt es genügend Kurse, die ich mir für mein Studium in Österreich anrechnen lassen kann, umso mehr, als dies teilweise Voraussetzung ist, um überhaupt ins Ausland gehen zu können.

 



Die Karrierewege bei Freshfields sind vielfältig

Informiere dich über die Einstiegsmöglichkeiten sowie Wege zur Partnerschaft



 

Ein Secondment bei einer anderen Kanzlei? Meist werden Juristen unter den einzelnen Filialen der Kanzleien oder an deren Mandanten verliehen. Wie unterscheidet sich dein jetziges Secondment in der Organisation und den Konditionen von einem Auslandsaufenthalt wie dem Marias?

Noel: Mein Secondment war in der Tat eher "unüblich", weil Logistik und Administration mit einer externen Partnerkanzlei wahrscheinlich doch aufwändiger sind, selbst wenn wir mit unserer Partnerkanzlei in Südafrika, Bowmans, sehr eng zusammenarbeiten. Die Organisation von Bowmans ist unserer Freshfields Struktur sehr ähnlich (zB die juristischen Fachgebiete, Teamaufbau, IT Systeme, etc). An den Konditionen hat sich eigentlich nichts geändert, außer dass es eine Art "Secondment Zulage" von Freshfields gab (Höhe je nach Zielland), um finanzielle Doppelbelastung, administrative Kosten, etc. pauschal abzugelten.

 

Die Qual der Wahl, Noel - Welche deiner vielen Auslandserfahrungen würdest du, sofern du dich entscheiden müsstest, in jedem Fall wählen und weshalb?

Noel: Auch wenn das abgedroschen klingt, die Frage kann ich einfach nicht beantworten.

 

Jede dieser Erfahrungen war auf ihre eigene Art einzigartig, hatte Höhen, natürlich auch Tiefen, und ist (auch aufgrund der dazwischen liegenden Zeitabstände) irgendwie ein "Mini-Lebensabschnitt".

 

Noel, „judex non calculat“? Du hast einen MBA Abschluss, sowie einen Master’s Degree, „Accounting and Tax“. Sind wirtschaftliche Kenntnisse in der internationalen juristischen Fachwelt ein Muss?

Noel: Ein Wirtschaftsstudium ist kein Muss. Je nach Fachgebiet sind wirtschaftliche Kenntnisse aber in unterschiedlichem Maße hilfreich. In vielen meiner Fälle, speziell wenn es um Fragen der Unternehmensbewertung, Kaufpreismechanik in M&A Verträgen oder "Bilanzlesen" geht, bin ich froh, auch den wirtschaftlichen Background zu haben.

 



Jetzt auf die aktuelle Stelle in Wien bewerben

 

Du möchtest mehr über den Arbeitsalltag in diesem Fachbereich erfahren?



 

MBA oder LL.M.? Du hast beides Noel. Welche Unterschiede machen für dich die Abschlüsse im Hinblick auf eine internationale Karriere und weshalb hast du dich gegen den klassischen Abschluss des Magisters entschieden?

Noel: Es ist eigentlich anders herum! Ich habe ein Magisterstudium in Jura abgeschlossen und parallel dazu einen Bachelor in Science in internationaler Betriebswirtschaft und anschließend Master of Science in Steuern und Rechnungslegung. Einen LLM habe ich nicht gemacht. Abgesehen davon habe ich dazu keine eigenen unmittelbaren Wahrnehmungen. Ich glaube aber, dass ein LLM in den Personalentscheidungen (kontinental-) europäischer Großkanzleien, insbesondere Österreich oder Deutschland, keinen spürbaren Vorteil verschafft (umgekehrt aber auch das klassische Magisterstudium nicht). Das macht meines Erachtens auch Sinn, wenn sich die Qualität der LLM Programme und des Magisterstudiums die Waage halten. LLM Programme könnten vielleicht einen Vorteil bringen, wenn man sich damit gezielt für einen Jus-Beruf im Ausland bewirbt, aber da wird ein 1-jähriges LLM Programm wohl nicht ausreichend sein.

 

Noel, was würdest du bezüglich deiner persönlichen Erfahrungen mit Auslandsaufenthalten anderen Jus und Berufsanfängern gerne mit auf den Weg geben?

Noel: Vielleicht mit einem Vorurteil/ Credo aufräumen:

 

Es ist aus meiner Sicht auch völlig ok, sich gegen einen Auslandsaufenthalt zu entscheiden. Denn Auslandsaufenthalte als das non-plus ultra jedes Berufslebens darzustellen, ist meines Erachtens in dieser Allgemeinheit weder zielführend noch richtig.

 

Aber: Wer Interesse daran hat und das in seiner/ihrer Berufs- und Lebenserfahrung für sich "mitnehmen" möchte: Nicht zu lange nachdenken - einfach machen!

Ohne das Bisherige relativieren zu wollen – Bei Freshfields selbst ist Internationalität und Vernetzung (sowohl innerhalb als auch außerhalb der eigenen Kanzlei) ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsweise, Unternehmenskultur, Mandantenstruktur und daher letztlich ein strategischer Wettbewerbsvorteil. Dementsprechend unterstützt Freshfields Secondments und Auslandsaufenthalte auf allen Ebenen (logistisch, finanziell, Kontakte, etc.).

 

Vielen Dank, Maria und Noel!
 

Großkanzlei
Freshfields Bruckhaus Deringer LLP

Freshfields Bruckhaus Deringer LLP


Erfahre mehr über diesen Arbeitgeber und finde heraus, was ihn ausmacht.

*sponsored
 


Das könnte dich auch interessieren:

Die Zukunft ist "Flexi-Working"! - Mehr Infos zur Arbeit bei Freshfields

 

Juristische Arbeitgeber, Jobs oder Events. Exklusiv für Mitglieder!

Mit der 1-Klick Bewerbung kannst du dich in sekundenschnelle bei den Arbeitgebern bewerben.

Hat dir der Artikel gefallen? Feedback geben


Talente haben sich auch diese Artikel durchgelesen:

Arbeitgeber im Gespräch

Big Player Freshfields – Wer hat eigentlich eine Chance auf...

Insider klären auf!

Arbeitgeber im Gespräch

Die Zukunft ist "Flexi-Working"!

Wie das in der Großkanzlei möglich ist und was eine moderne Mutter und ein passionierter...

Arbeitgeber im Gespräch

Dank Legal Tech gestalterisch & international als...

Mehr zum Umgang mit der Digitalisierung bei Freshfields im Interview mit Lukas Treichl...