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Im Vorstellungsgespräch unterbewusst punkten

Schon mal vom Chamäleon-Effekt gehört?


veröffentlicht am 25.12.2019

 

Es ist kein Geheimnis: Menschliche Kommunikation spielt sich auf vielen Ebenen ab und ist bei Weitem nicht nur auf die Sprache beschränkt. Auch im Bewerbungsgespräch trifft das zu. Ein Personaler entscheidet niemals nur auf der Basis dessen, was ihr ihm sagt. Für ihn sind viel mehr Aspekte ausschlaggebend – ob bewusst oder unbewusst. Das macht es für euch zwar nicht unbedingt leichter, dennoch gibt es eine Reihe an Dingen, die ihr beachten könnt, um im Gespräch auf allen Ebenen zu überzeugen.

Die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist immer nervenaufreibend. Allein schon die Recherche zur Kanzlei oder zum Unternehmen braucht Zeit, man möchte sich fachlich gut vorbereiten und im Idealfall kennt man sogar den Lebenslauf des Interviewers auswendig. Nun soll man auch noch Zeit in die Optimierung seines Auftretens und seiner Optik stecken? Ja! Denn ohne das bringt euch auch eine noch so detaillierte inhaltliche Vorbereitung nur bedingt weiter.

 

Kleider machen Leute

Genauso offensichtlich wie schwierig ist die Frage: Was ziehe ich an? Es empfiehlt sich deshalb, sich nicht erst am Tag des Gesprächs Gedanken darüber zu machen. Die Wahl des Outfits sollte, besonders, wenn es euer erstes Gespräch ist, schon einige Tage vorher stehen. Sonst kann es passieren, dass ihr zwei Stunden vor Aufbruch feststellt, dass das geplante Hemd zwar bei der Maturafeier noch perfekt saß, aber jetzt die Knöpfe kaum noch zugehen. 

Achtet auf jeden Fall darauf, dass ihr euch in eurem Outfit wohlfühlt. Man kann es euch anmerken, wenn ihr euch in Klamotten gezwängt habt, in denen ihr euch eingeengt fühlt. Trotzdem muss eure Kleidung zu dem Dresscode eures Wunscharbeitgebers passen. Dabei einen guten Kompromiss zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht. 

Als Jurist hat man beim Outfit meist ohnehin keine große Auswahl. Hier sind meist Anzug oder Kostüm gefragt. Je nachdem, wie konservativ die Kanzlei oder das Unternehmen ist, bei dem ihr euch bewirbt, könnt ihr allerdings ein wenig variieren. So ist die Krawatte nicht immer ein Muss und auch als Frau muss es nicht unbedingt das volle Programm sein. Wer sich allerdings nicht sicher ist, der sollte kein Risiko eingehen. Die Regel lautet: lieber overdressed als underdressed. 
 


Auch die Wahl des richtigen Arbeitsortes will gut überlegt sein

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Hygiene ist Trumpf

Eigentlich sollte man das gar nicht erwähnen müssen, aber es kommt tatsächlich vor: Bewerber, die eine gewisse Grundhygiene nicht einhalten. Manche kommen ungeduscht zum Gespräch, haben ungeschnittene oder dreckige Fingernägel oder haben sich die Zähne nicht geputzt. Solche Faux-Pas können in der Aufregung passieren, machen aber einen sehr schlechten Eindruck und sollten daher unbedingt vermieden werden. 

Neben dieser Art von Fehlgriffen, die unbewusst passieren und die meist auf Nervosität oder Unachtsamkeit basieren, gibt es noch die unangenehmen Phänomene, die dem Bewerber meist sehr bewusst sind. So beginnen viele bei Aufregung zu schwitzen und bekommen unschöne Schweißflecken. Hier kann Deo helfen, das man in der Handtasche schmuggeln kann, oder auch ein Blazer oder Sakko, das die betroffenen Stellen verdeckt. 

Bei Frauen gehört ein Mindestmaß an Make-up zu dem perfekten Look. Foundation, Wimperntusche und ein wenig Rouge reichen meist aus – knallige Farben beispielsweise beim Lippenstift oder als Lidschatten wirken hingegen wenig professionell und sollten deshalb vermieden werden. Weniger ist hier in der Regel mehr. 
 


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Mimik und Gestik

Auch wenn eure Worte vielleicht nicht viel darüber aussagen, was euch wirklich durch den Kopf geht – eure Körpersprache kann euch ganz schnell verraten. Deshalb solltet ihr während des Gesprächs auf eure Mimik und Gestik achten. Das ist leichter gesagt als getan. Mit ein wenig Übung kann man hier jedoch weit kommen. 

Ein Personaler ist darauf geschult, eure Körpersprache zu analysieren. Das kann sehr einschüchternd sein, für euch ist es allerdings auch eine Chance, euch beispielsweise selbstbewusster zu geben, als ihr in dem Moment seid. Achtet darauf, Blickkontakt zu halten und legt ein besonderes Augenmerk auf eure Hände: Diese sollten nicht mit den Haaren spielen oder zwischen die Beine geklemmt sein, sondern ruhige und überlegte Gesten machen und so eure Worte unterstreichen oder zumindest offen im Schoß oder auf dem Tisch liegen. Alles andere kann auf Nervosität oder fehlende Aufmerksamkeit schließen lassen. 

Weitere Pluspunkte bekommt ihr für einen kurzen und festen Händedruck und für ein ehrliches Lächeln. Reagiert angemessen auf das, was euer Gesprächspartner sagt, und bleibt ihm zugewandt. Unbedingt solltet ihr ihn auch immer ausreden lassen – aber das sollte sich von selbst verstehen. 
 


Vorbereitung aus das Bewerbungsgespräch ist das A&O


 

Der Chamäleon-Effekt

Hat ihr schon einmal von dem Chamäleon-Effekt gehört? Dieser basiert darauf, dass gewisse Nervenzellen nur aktiv werden, wenn wir beobachten, dass eine Person bestimmte Bewegungen ausführt, oder wenn wir diese selbst ausführen. Diese Nervenzellen nennen sich Spiegelneuronen. 

Seinen Namen hat dieser Effekt von dem Chamäleon – ihr seht schon, dass es hierbei um Anpassung und Nachahmung geht. Genauso, wie sich das Chamäleon seiner Umgebung anpasst, sollten wir uns an unseren Gesprächspartner anpassen. Das geschieht durch die „Spiegelung“ der Körpersprache unseres Gegenübers. Ist der Personaler gelassen und lehnt sich zurück? Überkreuzt er die Beine? Oder lehnt er sich in deine Richtung? Lächelt er viel oder bleibt er eher ernst? Beobachtet ihn genau und versucht eine ähnliche Haltung einzunehmen. 

Menschen haben ein Bedürfnis nach Symmetrie und Harmonie. Wenn also dem Gegenüber unbewusst dieses Gefühl übermittelt wird, gibt das automatisch Sympathiepunkte. Übertreibt es jedoch damit nicht und wendet die Taktik nicht zu offensichtlich an. Bleibt subtil und nähert euch dem Verhalten eures Gegenübers an, ahmt ihn aber nicht nach. 
 

Die unterbewusste Wirkung auf das Gegenüber darf im Bewerbungsgespräch auf keinen Fall vernachlässigt werden. Mit unseren Tipps gelingt es euch hoffentlich, bei euren Gesprächen einen noch besseren Eindruck zu hinterlassen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie Personaler ihre Entscheidungen treffen. Es lohnt sich, Zeit in die Vorbereitung zu stecken, um ein gutes Gesamtbild zu schaffen!


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