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Francine Brogyányi und Marie Luise Pugl im Interview über die gezielte Förderung von Anwältinnen in der Kanzlei


veröffentlicht am 03.06.2020

 

Gerade die Rechtsanwaltsbranche kämpft damit, dass Frauen oftmals kurz vor oder nach der Eintragung als Rechtsanwältin den Beruf verlassen. In den höchsten Hierachie-Ebenen der Rechtsanwaltskanzleien hat sich diese Geschlechterverteilung daher leider noch nicht durchgesetzt. Auch wenn sich dies mit der Zeit jedenfalls bessern wird, setzen wir bei DORDA aktiv Schritte um Frauen zu halten und Chancengleichheit herzustellen.      


Francine Brogyányi und Marie Luise Pugl
 

Frau Brogyányi, Sie sind seit 2001 bei DORDA als Anwältin tätig. Weshalb entschieden Sie sich 2019 für einen Wechsel innerhalb der Kanzlei in das Management?

Francine Brogyányi: Um Missverständnisse zu vermeiden, ich bin nicht gewechselt, ich habe mein Tätigkeitsfeld erweitert. Ich bin seit 2019 im Management und führe weiterhin meine Tätigkeit als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Life Sciences aus. 

Warum ich mich entschieden habe auf Management Ebene mitzuwirken, ist ganz einfach erklärt:
 

Mitgestaltung! Um wichtige Themen wie u.a. Frauenförderung voranzutreiben und wichtige neue Impulse setzen zu können, bedarf es auch auf Managementebene weiblicher Führungskräfte. 


Sie setzen sich seit vielen Jahren für die Frauenförderung bei DORDA ein und haben beispielsweise die Kaminabende für Juristinnen eingeführt. Ergaben sich durch den Wechsel bessere Gestaltungsmöglichkeiten für frauenspezifische Veranstaltungen?

Francine Brogyányi: Gute Ideen und inhaltliche Vorschläge finden bei uns immer Platz bzw Gehör, egal von wem sie, wo und wann, initiiert werden.  Ich würde also nicht meinen Wechsel ins Management für die zahlreichen Errungenschaften im Bereich der Frauenförderung verantwortlich machen. Diese Ziele voran zu bringen, bedarf immer auch der Unterstützung der männlichen Führungskräfte.
 


Nicht nur Frauenförderung ist bei DORDA ein wichtiges Thema

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Frau Pugl, Sie sind als Studentin 2010 zu Dorda gekommen. Was hast sich aus Ihrer Sicht in den vergangenen Jahren für Sie und Ihre Kolleginnen in der Kanzlei verändert?

Marie Luise Pugl: Als ich bei DORDA begonnen habe, war das Thema Frauenförderungen bei mir – und ich denke auch bei den anderen Konzipientinnen – kaum präsent. Durch die Fördermaßnahmen und die regelmäßigen Veranstaltungen ist für alle Juristinnen deutlich, dass DORDA gerade auch in ihnen die Zukunft sieht, sie fördern. Dadurch, dass inzwischen auch deutlich mehr Rechtsanwältinnen bei DORDA arbeiten, gibt es erfreulicherweise auch viele Vorbilder für die Studentinnen bzw. jungen Konzipientinnen, die bei uns arbeiten. 
 

Frauenförderung wird bei Dorda großgeschrieben. Wie sehen die Maßnahmen konkret aus und welches Feedback haben Sie bisher aus den eigenen Reihen dazu erhalten?​

Francine Brogyányi: DORDA beschäftigt zahlreiche talentierte Frauen. Um die Juristinnen in der Kanzlei aktiv zu fördern und für eine noch größere Zahl an Frauen in allen Ebenen zu sorgen, hat DORDA das Frauenförderungsprogram ins Leben gerufen. Unser Programm besteht aus drei Säulen:

  • Flexibilisierung der Arbeitszeit
  • Mentoring
  • Workshops & Events   

Durchwegs positiv: Alle drei Säulen werden von den Frauen begeistert aufgenommen und von den männlichen Kollegen zu 100% unterstützt. 
 

Frau Pugl, wie sieht es bei Ihnen aus? Gab es besondere Seminare oder Veranstaltungen, die Ihnen nachhaltig in Erinnerung geblieben sind?​

Marie Luise Pugl: Ich finde die "Vorbilder gesucht!"-Veranstaltungen immer besonders inspirierend. Gerade kurz nach meiner Eintragung als Rechtsanwältin stand ich vor vielen neuen Herausforderungen und zu dem Zeitpunkt haben mir die Gespräche mit weiblichen Vorbildern sehr viel Mut gemacht und mir geholfen, mein Selbstbewusstsein zu stärken. Die Powerfrauen, die wir in dem Rahmen kennenlernen durften, haben ganz offen über Selbstzweifel und Hürden in ihrem Leben gesprochen. Bei mir hat sich sehr eingeprägt, dass alle mit ähnlichen Problemen kämpfen und man einfach dranbleiben muss, um diese zu bewältigen. 
 


Eine gute Entscheidung für dich und deine Karriere

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Welche Inhalte haben Sie bei den Veranstaltungen überrascht und welchen Themen wird aktuell noch wenig Aufmerksamkeit gewidmet?

Marie Luise Pugl: Durch die Event-Serie "Vorbilder gesucht" konnte ich bereits einige sehr erfolgreiche und beeindruckende weibliche Persönlichkeiten in Führungspositionen verschiedenster Wirtschaftszweige kennenlernen. Mich hat es am meisten überrascht zu hören, dass viele von ihnen mit ähnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Ich habe erkannt, dass jede erfolgreiche Frau ihr "Packerl trägt" und, dass diese Einsicht einen selbst sehr stärken kann. 
 

Im Hinblick auf Frauenförderung sehe ich bei den Rechtsanwaltskammern noch wahnsinnig viel Verbesserungsbedarf, sowohl was die Repräsentation von Frauen und deren Vertretung in den Organen betrifft als auch was das Selbstverständnis der Rechtsanwaltskammern als Vertretung auch der Rechtsanwältinnen (und deren spezifischen Probleme, Stichwort Mutterschaft) angeht. Da halten sich teilweise noch verstaubte Ansichten, die einem eigentlich so modernen Stand wie dem der Anwälte nicht gut zu Gesicht stehen. 


Frau Brogyányi, bereits mit 16 sind Sie ohne Ihre Eltern aus Sydney, Australien, nach Wien gezogen, um im österreichischen Nationalteam als Synchronschwimmerin zu trainieren. Begleitet Sie dieser sportliche Ehrgeiz auch heute im Berufsleben noch?

Francine Brogyányi: Ja, und das ist auch in diesem Job und dieser Position notwendig. Das wäre ohne eine gesunde Portion Ehrgeiz nicht möglich.     
 

Verschiedene Studien belegen kontinuierlich, dass Frauen in Führungspositionen einen positiven Effekt auf die Leistungen und die Stimmung des Teams haben. Sie sind seit 2019 Mitglied des Managing Komitees. Spüren Sie oder Ihre männlichen Kollegen bereits hiervon etwas?

Francine Brogyányi: Ja, mit Sicherheit. Vor allem eine Veränderung in unserer internen und externen Kommunikation. Frauen setzen auch oftmals andere Schwerpunkte in der Führung als Männer, Stichworte die mir dazu ad hoc einfallen: Feedback- und Fehlerkultur, Flexibilisierung, Attraktivität als Arbeitgeber für die nächsten Generationen.
 


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Frauenförderung bedeutet auch, Müttern nach der genommenen Elternzeit eine unkomplizierte Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Welche Optionen bietet Dorda seinen Mitarbeiterinnen an dieser Stelle?

Marie Luise Pugl: Die Schwierigkeit für Rechtsanwältinnen ist im Hinblick auf Elternzeit ja, dass wir meist selbstständig tätig sind. Hierbei gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Karenz, wie für angestellte Mütter. DORDA hat sich daher verpflichtet, selbstständigen Rechtsanwältinnen einen Karenzanspruch zu gewähren. Darüber hinaus sind danach flexible Arbeitszeiten möglich und stehen auch einer Karriere als Partnerin nicht im Weg. Unser bestes Beispiel dafür ist Francine, die selbst als Partnerin in Teilzeit arbeitet. 
 

Wie ist die Reaktion der männlichen Partner und Kollegen auf die verschiedenen Initiativen und Programme der weiblichen Förderung?​

Marie Luise Pugl: Unsere männlichen Kollegen unterstützen das Frauenförderungsprogamm natürlich voll und ganz. Gerade im Partnerkreis, in dem die Geschicke der Kanzlei bestimmt werden, gibt es ein eindeutiges Bekenntnis zur Frauenförderung. Anders wären viele Dinge, die wir aktuell tun (und noch vorhaben) auch gar nicht umsetzbar. 
 

Manchmal schielen die Männer gefühlt ein bisschen neidisch auf unsere zahlreichen Events.  Heuer haben wir die männlichen Mitarbeiter daher erstmals zu unserem Event anlässlich des Weltfrauentags eingeladen, das kam sehr gut an. Gleichberechtigung ist ja auch ein Männerthema!   


Neben der Frauenförderung sind Sie auch sehr aktiv in der Nachwuchsförderung. Welche Maßnahmen ergreifen Sie hier, um talentierte Juristen und Juristinnen bereits früh für Dorda zu gewinnen und auch langfristig eine Perspektive zu bieten?

Francine Brogyányi: Unser DORDA Studierendenprogramm ist (unseres Wissens nach) das größte in ganz Österreich. Wir bieten jährlich rund 75 Studierenden, jeglichen Studienfortschritts, die Möglichkeit bei uns während dem Semester geringfügig oder im Laufe des Sommers im Vollzeit-Ausmaß tätig zu werden. So bieten wir zukünftigen Juristinnen und Juristen die ideale Möglichkeit den tatsächlichen Kanzleialltag und alle Mitarbeiter von DORDA persönlich kennenzulernen. Ein besseres gegenseitiges Assessmentcenter auf Recruiting Ebene kann man sich als fördernder Arbeitgeber gar nicht wünschen. Den Erfolg des Programms spiegeln unsere zahlreichen Juristinnen und Juristen wider die als Studenten ihre DORDA Karriere begonnen haben und jetzt Anwälte und Partner bei DORDA sind. 
 


Weiterbildung, Secondments oder der Weg in die Partnerschaft

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Frauen in ihrer Karriere zu unterstützen, heißt auch, ihnen den Weg in die Partnerschaft der Kanzlei zu ermöglichen. Welche Eigenschaften sollten Anwältinnen bei Dorda mitbringen, um welche Ziele hat Dorda diesbezüglich vielleicht für sich selbst definiert?

Francine Brogyányi: Wir haben natürlich Zielvorgaben für unsere Juristen definiert und kommuniziert, und zwar für alle Juristen, unabhängig vom Geschlecht. Zusätzliche zu großartigen juristischen Leistungen und Einsatzfreude, benötigt der Anwalt von heute unternehmerisches und strategisches Denken. Wir wünschen uns durchsetzungsstarke Persönlichkeiten und Juristen die Verantwortung übernehmen möchten. Kommunikative Leader, denen die Vernetzung ihres juristischen mit ihrem wirtschaftlichen Know-Hows ein Anliegen ist.   
 

Besonders Großkanzleien wird eine Ellenbogenmentalität nachgesagt. Wie sieht es diesbezüglich bei Dorda aus und wie wird mit allzu starken Konkurrenzdenken umgegangen?

Marie Luise Pugl: Da ist DORDA zum Glück eine Insel der Seeligen, möchte ich fast sagen. Ellenbogenmentalität wird bei uns nicht gerne gesehen, sondern Teamwork ist gefragt. Natürlich gibt es viel Arbeit und entsprechenden Leistungsdruck. Da muss nicht auch noch unnötige Konkurrenz zwischen Kollegen dazukommen. Ich sehe in unserer Kanzlei eigentlich kein überzogenes Konkurrenzdenken, sondern sehr viel Hilfsbereitschaft. 


Frau Pugl, in Führungspositionen sind Frauen noch weitestgehend unterrepräsentiert. Welche positiven Effekte gehen damit der Kanzlei und auch den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verloren?

Marie Luise Pugl: Frauen haben einen anderen Führungsstil als Männer und von dem können Kanzleien mE profitieren. Ohne Klischees bedienen zu wollen, denke ich, dass zB emotionale Intelligenz und bessere Kommunikation Fähigkeiten sind, die gerade Frauen verstärkt einbringen. Es gibt inzwischen auch so viele Studien die belegen, dass Diversität Unternehmen erfolgreicher macht. 
 

Außerdem können gerade Großkanzleien es sich eigentlich nicht mehr leisten, auf 50% der Talente zu verzichten, gerade auch in den Führungsebenen.


Frau Brogyányi, Sie haben zusammen mit Ihrem Schwager die App Whisperocity entwickelt, die Touristen die Lieblingsplätze der Einheimischen einer Stadt zeigt. Was ist Ihr Lieblingsplatz in Wien und auf der Welt?​

Francine Brogyányi: Wien: Jodok-Fink Platz, 1080 Wien. Ein wunderschöner Platz mit fast schon italienischem Flair. Welt: Sydney Balmoral Beach.      

Ihr Fazit?

Marie Luise Pugl: Frauenförderung ist Thema das in den österreichischen Kanzleien erst in den letzten Jahren langsam angekommen ist, andere Länder und andere Branchen haben das schon viel früher als wichtiges Thema erkannt. Umso stärker müssen alle  – Männer und Frauen – aktiv darauf hinarbeiten, dass wir auch in den Kanzleien eine herzeigbare Quote an Frauen in Führungspositionen schaffen. 

Francine Brogyányi: Wir machen das alles, um zukünftig auch auf Partnerebene mehr Frauen zu sehen! Die weiblichen Talente sind vorhanden, wir müssen sie nur entsprechend fördern und die Rahmenbedingungen für ihren Aufstieg bereiten.

Vielen Dank, Frau Brogyányi, vielen Dank Frau Pugl!
 

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