Das sollte ein Jurist im Kleiderschrank haben

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 16.09.2020.

Dress to impress: Dresscode für Jurist*innen

Das sollte ein*e Jurist*in im Kleiderschrank haben

„Was soll ich nur anziehen?“, fragt sich der oder die durchschnittliche Jurist*in nicht nur vor dem ersten Date, sondern regelmäßig vor Bewerbungsgesprächen, vor dem ersten Tag in einer neuen Kanzlei oder vor Kanzleievents. Anzug oder Jeans? Bluse oder Kostüm? Krawatte oder keine Krawatte? Diese Fragen sind berechtigt: Denn der Dresscode für Jurist*innen ist gar nicht so leicht zu durchschauen. Wonach man am besten greift, wenn man sich unsicher ist, erklären wir dir!

 

Großkanzlei und Kanzleiboutique – der feine Unterschied

Der Unterschied zwischen der Großkanzlei und der Kanzleiboutique kann in extremen Fällen schon einmal so aussehen wie der Unterschied zwischen dem etablierten, konservativen Unternehmen und dem Start-up – zumindest, was den Dresscode anbelangt. Ist bei ersterem jeden Tag Anzug und Krawatte Pflicht, kannst du in der ein oder anderen Kanzleiboutique schon mal ganz casual in Jeans und T-Shirt erscheinen.
 

Zwar wird in der Regel natürlich auch hier ein professionelles Auftreten nach außen gefordert, doch da eine kleinere Kanzlei Mandantenbesuche besser planen kann, ist es oft der Fall, dass im Gegensatz zur Großkanzlei die Anwält*innen nicht immer „bereit“ sein müssen und die Krawatte etwas lockern können.


Das Business-Outfit hängt dann oft in der Umkleide und kann im Notfall schnell aus dem Schrank geholt werden.

 


Dein Arbeitgeber, deine Entscheidung

Informiere dich hier vorab über verschiedene Kanzleien


 

Klassisch konservativ: Guide für männliche Juristen in konservativen Kanzleien

Wenn du in einen Anzug investierst, dann wähle am besten ein Modell, das zeitlos ist. Einen guten Anzug kannst du so jahre- oder gar jahrzehntelang zu allen möglichen Anlässen und im Job-Alltag tragen. Setze auf klassische Farben wie schwarz oder grau und gehe auch beim Muster kein Risiko ein. Nadelstreifen sind in Ordnung, mehr sollte es nicht sein. Dazu passt am besten ein helles Hemd in weiß oder hellblau (ein Hell-Dunkel-Kontrast zwischen Anzug und Hemd ist immer vorteilhaft) sowie ein Haifisch- oder Kentkragen. Zu einem vollständigen Outfit gehört außerdem ein Gürtel, der auf jeden Fall farblich zu den Schuhen passen sollte. Bei den Schuhen und den Socken ist immer schwarz die erste Wahl, von braunen Schuhen solltest du in einer konservativen Kanzlei besser die Finger lassen!

 

Juristinnen-Look für die Frau: Selbstbewusst modisch

Frauen haben es oft schwerer als Männer, wenn es um das richtige Outfit geht – sie haben einfach mehr Optionen. Während bei dem Mann der Anzug eigentlich immer eine sichere Wahl ist, muss Frau sich entscheiden zwischen Hosenanzug und Kostüm, Highheels und flachen Schuhen und obendrein bleibt noch die Entscheidung über die richtige Frisur.
 

Generell ist die Juristin in der Großkanzlei, wenn sie auf Nummer Sicher gehen möchte, mit einem dunklen Hosenanzug am besten beraten.


Dieser strahlt Selbstbewusstsein und Kompetenz aus und passt zu jedem Anlass. Auch ein Rock kann passend sein, dieser sollte aber unbedingt lang genug sein, sonst kann es in der konservativen Kanzlei schnell zum ein oder anderen Kommentar kommen. Wer wirklich korrekt sein möchte, sollte zum Rock immer eine Strumpfhose tragen.

Hohe Schuhe sind an sich nicht verkehrt, sondern können das Outfit unterstreichen. Entscheidet man sich dafür, sollte man aber unbedingt sicher sein, dass man damit gut laufen kann – und mit gut meinen wir wirklich gut. Nichts ist peinlicher als wenn man in seinen neuen Zehn-Zentimeter-Absätzen durch den Gang stöckelt und sich dabei an der Wand abstützen muss.
 


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Fragen geht über studieren

Wenn du dir wirklich unsicher bist, was du zum Beispiel zu deinem ersten Arbeitstag tragen solltest, dann frag am besten einfach nach – es ist nicht ungewöhnlich, sich über den Dresscode zu informieren, gerade weil es hier von Kanzlei zu Kanzlei Unterschiede gibt. Hilfreich ist auch immer ein Blick auf die Webseite der Kanzlei oder des Unternehmens. Hier gibt es oft Fotos von den neuen Kolleg*innen und du kannst zumindest erkennen, in welche Richtung es beim Thema Kleidung geht (auch wenn es auf der Webseite eventuell etwas repräsentativer zugeht als im Büro).

Viele Kanzleien haben auch die aus den USA stammende „Casual Friday“-Konvention übernommen. Hier tragen die Mitarbeiter*innen im Büro zum Beispiel statt Business Formal ausnahmsweise Business Casual oder Smart Causal – es gibt also eine etwas weniger strenge Kleidungsordnung. An deinem ersten Casual Friday solltest du jedoch noch auf der Hut sein und lieber den Blazer oder das Jackett anbehalten. Denn oft geht es hier trotzdem noch recht formell zu und kreuzt du mit Hoodie und Jeans auf, könntest du unter Umständen etwas schief angesehen werden.

 

Kann man überhaupt overdressed sein?

Arbeitest du in einer jungen, „hippen“ Kanzlei, in der die Kollegen mit Jeans uns T-Shirt auflaufen, dann könntest du mit Kostüm oder Krawatte natürlich schon aus dem Rahmen fallen. Allgemein gilt jedoch in der Jus-Welt: Lieber zu viel als zu wenig.
 

Stehst du also vor der Wahl, solltest du immer nach dem schickeren Kleidungsstück greifen, denn overdressed ist ganz klar besser als underdressed.

 

Kleider machen (keine) Leute

Wie auch immer du dich kleidest (oder kleiden musst), am wichtigsten ist es, dass du dich in deinem Outfit wohlfühlst. Denn nur so kannst du Kompetenz ausstrahlen und darum geht es schließlich. Wähle also trotzdem Kleidung, die gut sitzt und bequem ist – auch wenn das nicht immer einfach ist, lohnt sich die Suche nach dem perfekten Outfit.
 

Wähle trotz Vorgaben etwas, das zu dir passt und nichts, das dir das Gefühl gibt, dass du dich für einen Kostümball verkleidet hast.


Denn bei all der Professionalität solltest du auch authentisch bleiben und die Kleidung nicht deinen Charakter beeinflussen lassen.

Sich richtig zu kleiden ist nicht einfach – vor allem nicht, wenn man Jurist*in ist. Achte stets auf ein gepflegtes Äußeres, wähle im Zweifelsfall immer das schickere Outfit und informiere dich im Voraus über die Kanzlei, für die du dich zurechtmachst. Die richtige Kleidung kann dir in der Jus-Welt viele Türen öffnen. Nimm deine Auswahl also nicht auf die leichte Schulter und investiere ausreichend Zeit und Geld in deine Garderobe!

 

 


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