Die externen Helfer der Kanzleien

Von Finanzen bis IT – hier brauchen Kanzleien Unterstützung


verfasst von Laura Hörner und veröffentlicht am 05.02.2020

 

Eine Kanzlei ist immer auch ein Unternehmen und wird im Idealfall auch wie eines geführt. Egal, wie viel juristische Kompetenz die Anwälte einer Kanzlei mitbringen, irgendwo enden ihre Fähigkeiten, wenn es um andere Fachbereiche geht, die für den Erfolg einer Kanzlei höchst relevant sind, aber mit Jus an sich nichts zu tun haben. So bewandert ein Anwalt beispielsweise im Immobilienrecht auch sein mag, wenn es um Employer Branding geht, kann er nicht mehr mitreden. Deshalb greifen viele Kanzleien auf externe Berater zurück, die sie unterstützen. 


Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Die beste Kanzlei für ein bestimmtes Fachgebiet zu sein, hilft nicht, wenn niemand davon erfährt. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Kanzlei und die Arbeit, die ihre Anwälte leisten, gut vermarktet werden. Der wohl beste und wichtigste Weg dafür ist heutzutage das Internet. Hier werden die angebotenen Leistungen und Alleinstellungsmerkmale klar kommuniziert. Damit das auch überzeugend wirkt, werden meist externe Dienstleister herangezogen, die sich auf den Webauftritt spezialisiert haben und dafür sorgen, dass die Seite gut gefunden werden kann und einen professionellen Eindruck macht. 

Doch nicht nur das Internet nimmt eine tragende Rolle ein, auch andere Medien sollten nicht unterschätzt werden. So ist es je nach Zielgruppe auch sinnvoll, in Printmedien zu werben.
 

Besonders bei der Gründung sollte man Wert auf einen guten Kontakt zur Presse legen und so sichergehen, dass die entsprechende Zielgruppe auch von der Existenz der Kanzlei erfährt. Denn irgendwo müssen die ersten Aufträge schließlich herkommen. 


PR-Agenturen haben einen guten Überblick über den Markt und unterstützen Kanzleien bei ihrem Gang an die Öffentlichkeit. Viele Kanzleien entscheiden sich darüber hinaus auch gerne für entsprechende Seminare, in denen Anwälten den Umgang mit der Öffentlichkeit lernen können – beispielsweise mit Journalisten oder mit (sozialen) Medien. 

 


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Strategieplanung

Jeder, der ein Unternehmen gründen und erfolgreich führen möchte, braucht eine Strategie. Das ist allein schon deshalb wichtig, um sich von der großen Konkurrenz abzusetzen und sein individuelles Angebot zu vermarkten. Dies ist sowohl für kleine, sehr spezialisierte Kanzleien eine Herausforderung als auch für große Kanzleien, die viele Fachbereiche abdecken und deren Spezialgebiet sich dementsprechend schwierig bestimmen lässt. 

Hat die Kanzlei keine interne Abteilung, die sich um strategische Angelegenheiten kümmert, werden externe Berater zu Rate gezogen, die eine zukunftsorientierte Strategie entwickeln. Von ihnen werden konkrete Ziele und Schwerpunkte formuliert, an denen sich die Kanzlei ausrichten sollte. Diese werden dann mit dem Status Quo verglichen und entsprechende Umstrukturierungen eingleitet, die das Erreichen des formulierten Ziels einfacher machen sollen. 


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Finanzielle Dienstleistungen

Eines der zentralen Ziele einer Kanzlei ist die Generierung von Gewinn. Denn wirtschaftlicher Erfolg ist die Voraussetzung für das Wachstum und das Fortbestehen des Unternehmens. Um das zu gewährleisten, muss analysiert werden, was funktioniert und was nicht, sprich: was Gewinn bringt und was sich nur wenig lohnt. Davon hängt auch ab, in welche Richtung die Kanzlei sich in Zukunft entwickeln soll und wie die Strategie ausgelegt wird. Auch auf personelle Entscheidungen hat die finanzielle Lage einen großen Einfluss. Ob und wo neue Mitarbeiter eingesetzt werden oder ob sogar Mitarbeiter gekündigt werden müssen, hängt oft unmittelbar mit den Finanzen zusammen. 

Beratungsunternehmen unterstützen Kanzleien im Controlling und bei den Finanzen und geben Handlungsempfehlungen. Weil das Thema so wichtig ist, haben viele Großkanzleien eine eigene Finanzabteilung, kleine und mittelständische Unternehmen greifen meist auf externe Dienstleister zurück.
 

Digitalisierung und IT

Die Digitalisierung ist bereits so weit fortgeschritten, dass sie für Laien kaum noch überschaubar ist. Externe Dienstleister helfen deshalb bei der Auswahl von Software, IT-Systemen und Programmen, die eine gute digitale Aufstellung gewährleisten. 

Das ist wichtig, weil nur ein gutes System eine problemlose interne und externe Kommunikation möglich machen kann. Störungen und Ausfälle müssen verhindert werden, um fehlerlose Abläufe zu garantieren. Doch es geht nicht nur um Effektivität und Zuverlässigkeit, sondern auch um Sicherheit. Da Kanzleien oft mit empfindlichen Daten und Informationen zu tun haben, hat dies höchste Priorität. Berater sorgen unter anderem dafür, dass Datenschutzregelungen eingehalten werden – ist dies nicht der Fall, können hohe Strafen drohen. 

Da sich die Vorgaben laufend ändern, ist es für Juristen, die eigentlich nicht in diesem Feld tätig sind, schwierig, auf dem aktuellsten Stand zu bleiben und entsprechende Veränderungen in die Wege zu leiten. Die externen Berater hingegen können Trends und Entwicklungen erkennen und auch besser einschätzen, welche Investitionen sich lohnen und welche überflüssig sind. 
 


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Mentoring

Das Prinzip des Mentoring ist in der juristischen Arbeitswelt weit verbreitet. Junge Anwälte haben dabei einen persönlichen Ansprechpartner, mit dem sie nicht nur fachliche Themen besprechen, sondern dem sie auch Probleme am Arbeitsplatz anvertrauen können. Kleine Kanzleien haben oft nicht die personelle Kapazität, solche Mentoren in den eigenen Reihen zu rekrutieren und greifen deshalb auf externe Programme zurück. Das bringt auch den Vorteil mit sich, dass der junge Jurist keine Angst davor haben muss, über Themen zu sprechen, die er einem kanzleiinternen Partner nicht anvertrauen möchte. 
 

Employer Branding und Markenbildung

Hinter dem Auftritt einer erfolgreichen Kanzlei steckt immer eine gute Strategie. Ein Unternehmen so darzustellen, dass es im besten Falle einen eigenen Charakter entwickelt, ist alles andere als einfach. Gerade das ist aber bei der heutigen Konkurrenz und den Möglichkeiten, sich im Internet darzustellen, besonders wichtig.
 

Nicht nur in Hinblick auf potentielle Mandanten ist es unabdinglich, eine Marke zu etablieren, sondern auch, was potentielle Mitarbeiter angeht. Qualifizierte Bewerber interessieren sich für Kanzleien, die ein individuelles Image entwickelt haben und sich glaubwürdig präsentieren. 


Soziale Medien und Online-Plattformen sind mittlerweile auch in der juristischen Arbeitswelt angekommen, doch der Umgang damit fällt vielen Kanzleien noch schwer. Strategische Berater sind deshalb wichtig, um die Identität der Kanzlei herauszuarbeiten und diese auch nach außen hin zu kommunizieren. Besonders für junge Juristen ist das externe Employer Branding wichtig, da für diese Werte eine wichtige Rolle spielen und sie sich mehr von subjektiven Wahrnehmungen leiten lassen. Doch auch internes Branding sollte betrieben werden – so bleiben Arbeitnehmer zufrieden, identifizieren sich mehr mit der Kanzlei und die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf lange Zeit im Team bleiben, erhöht sich maßgeblich. 

 

Gute Juristen reichen nicht aus, um eine gute Kanzlei zu etablieren. Wirklich erfolgreich wird eine Kanzlei erst dann, wenn sie wie ein Unternehmen geführt wird und wenn nicht nur fachlich alles funktioniert, sondern auch alles andere auf einander abgestimmt ist – von Strategie über Finanzen bis zur IT. Es ist deshalb ratsam, externe Anbieter zu konsultieren, um sicherzugehen, dass man in jeglicher Hinsicht bestens aufgestellt ist. 

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Fellner Wratzfeld & Partner Rechtsanwälte GmbH

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Über den Autor

Laura Hörner - Autorin TalentRocket

Laura Hörner

Laura Hörner hat 2018 ihren Bachelor in Kulturwirtschaft an der Universität Passau abgeschlossen und ist seit 2019 für TalentRocket als Autorin tätig.

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