Das Jusstudium und das liebe Geld

An diesen Stellen kann der ein oder andere Euro gespart werden


verfasst von Sonja Vass und veröffentlicht am 25.03.2020

 

Das Geld fällt bekanntlich nicht vom Himmel, und über mehr davon freuen wir uns immer. Mehr arbeiten ist dabei auch nicht immer die beste Option, insbesondere wenn man die Zeit zum Lernen braucht. Wir haben ein paar Tipps für dich wie du während deines Studiums für mehr Mäuse im Börserl sorgen kannst und nebenbei auch noch etwas für die Umwelt und dein eigenes Lebensgefühl tun kannst. 

 

Lehrbücher – neu oder gebraucht?

Beginnen wir mit den Dingen, die unmittelbar mit dem Wissenserwerb zu tun haben. An Lehrbüchern und Nachschlagewerken führt kein Weg vorbei, selbst wenn man immer in der Vorlesung sitzt und ordentlich mitschreibt. Das kann durchaus ins Geld gehen. Gebrauchte Bücher sind dabei eine Option. Während es jedoch in den meisten Naturwissenschaften unproblematisch ist, mehrere Jahre alte Fachbücher zu kaufen (die Gravitation ist heute dieselbe wie vor 10 Jahren), ist in der Rechtswissenschaft zuweilen Vorsicht geboten. Gesetzesänderungen machen ältere Lehrbücher zwar meist nicht völlig unbrauchbar, insbesondere, wenn es darum geht, sich erstmal einen Überblick zu verschaffen. Wenn es um Details geht, ist häufig aktuelle Literatur erforderlich. Erkundige dich deswegen vor dem Kauf von gebrauchten Büchern, welche Auflage noch der aktuellen Rechtslage entspricht. Auch der „Vorauskauf“ von Büchern für das gesamte Studium ist aus diesem Grund nicht unbedingt empfehlenswert. In Fächern wie Römisches Recht, Rechtsgeschichte oder auch nicht spezifisch rechtlichen Fächern wie Wirtschaft oder Buchhaltung bleiben freilich auch alte Lehrbücher lange aktuell. 
 

Wenn du dich für gebrauchte Bücher entscheidest, können diese bei den Bücherbörsen der Hochschülerschaften günstig erworben werden, manchmal lohnt sich auch ein Blick aufs schwarze Brett der Universität oder online-Bücherbörsen, etwa auf Facebook. Eine andere Möglichkeit wäre, Lehrbücher mit Studienkollegen zu teilen. Denn mal ehrlich, niemand liest zugleich fünf Bücher aus verschiedenen Fächern. 

 


 

So kann auch neben dem Studium bereits der Rubel rollen

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Auch Gesetzestexte haben Einsparungspotential

Das wichtigste Arbeitsmaterial des Juristen ist der Gesetzestext. Da dieser auch bei schriftlichen Prüfungen verwendet werden darf und soll, ist es notwendig, sich diverse Gesetzessammlungen zuzulegen. Dabei kann es durchaus nicht schaden, einmal auf den Preis zu schauen. Die gelben Kodex-Bände sind jedem Juristen ein Begriff. Sie sind sehr umfangreich und gelten als der Standard in der juristischen Arbeit, allerdings auch einigermaßen teuer. Und sie sind nicht die einzigen im Buchhandel erhältlichen Gesetzessammlungen. Für das Studium gibt es zum Beispiel den „Paragraph“, nicht ganz so umfangreiche, aber günstigere Gesetzessammlungen – zugegebenermaßen in einem für die Aufbewahrung im Bücherregal eher unpraktischen Ringbuchformat. Die aktuellen Preise im Vergleich, z.B.: Kodex Stafrecht € 36,-/Paragraph Strafrecht € 14,90. Kodex Zivilrecht € 36,-/Paragraph Zivilrecht € 16,90. Bei acht bis zehn Bänden – die braucht man schon mal im Laufe des Studiums – lässt sich dabei einiges ersparen.
 

Wer einen Drucker zur Verfügung hat oder die Möglichkeit, günstig auszudrucken, kann sich auch seine eigene Gesetzestextsammlung „basteln“ - mit dem Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes (RIS). Wenn sich Gesetze ändern musst du auch nicht alles neu kaufen sondern kannst die relevanten Stellen aus dem RIS ausdrucken und zu deiner Sammlung hinzufügen. 


Arbeitnehmerveranlagung machen

Das Finanzamt ist nun nicht eben dafür bekannt, dass es uns Geld schenkt. Umgekehrt solltest du aber auch dem Finanzamt nichts schenken und dir stattdessen zu viel bezahlte Steuern zurückzahlen lassen – das macht oft mehr aus als man erwarten würde. Arbeitest du etwa nur in den Ferien, wird deine Lohnsteuer bereits vom Arbeitgeber einbezahlt und vom Lohn abgezogen, so als wärst du das ganze Jahr dort angestellt. Für die Steuerpflicht ist aber relevant, wieviel du innerhalb eines Jahres verdienst – die ersten € 11.000,- sind steuerfrei. Das bedeutet, dass du bei der Arbeitnehmerveranlagung im Folgejahr die Lohnsteuer zurück bekommst. Die dafür notwendigen Formulare liegen bei allen Finanzämtern auf. Über das Online-Portal Finanzonline kannst du das ganze aber auch bequem von zu Hause aus am Computer erledigen und erhältst nach einigen wenigen Klicks gleich die Info, ob und wieviel Geld du zurückbezahlt bekommst. Wenn du für deine Arbeit finanzielle Aufwendungen getätigt hast, die dein Arbeitgeber nicht refundiert – etwa Büromaterial für die Arbeit von zu Hause aus gekauft oder Fortbildungen selbst bezahlt – kannst du auch diese als gewinnmindernde Ausgaben geltend machen und zahlst unter Umständen weniger Steuern. Auch Spenden, Beiträge zu freiwilligen Zusatzversicherungen oder Berufsverbänden können steuerlich absetzbar sein. Genaue Infos erhältst du im Internet oder bei den zuständigen Finanzämtern. 
 


Aber Geld ist nicht alles?

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Shopping-Tour? Second-Hand!

Exzessives Shopping geht nicht nur ins Geld, sondern ist auch nicht sonderlich gut für die Umwelt. Wir kaufen viel und werfen leider auch viel weg. Trotzdem brauchen wir manchmal Veränderung und ganz ehrlich, neue Kleider, Schuhe oder eine coole Kaffeetasse machen einfach Freude! Geldbörse und Umwelt freuen sich über längere Verwendungsdauer – also warum nicht gebrauchte Dinge kaufen? Second-Hand-Läden sind nicht nur günstig, sondern haben auch den Vorteil, dass du nicht nur Dinge bekommst, die dem gerade aktuellen Modetrend entsprechen. So kannst du deinen ganz individuellen Stil kreieren. Alternativ dazu – warum nicht einfach einmal eine Tauschbörse unter Freunden organisieren?
 

Ihr werdet wahrscheinlich staunen, wieviele verborgene und verstaubte Schätze ihr in euren Schränken habt, die jemandem anderen vielleicht umso mehr Freude machen. 



Mit dem Rad fahren

In den meisten Städten gibt es günstige Öffi-Tickets für Studenten, und die ÖH setzt sich auch intensiv dafür ein, dass diese erhalten und einigermaßen leistbar bleiben. Dennoch sind in manchen Städten bis zu 150 Euro im Semester dafür zu berappen. Mit dem Fahrrad kommst du deutlich günstiger – und hast den Vorteil, gleich etwas für deine körperliche Fitness zu tun, auch das komplett kostenlos! 


Lebenseinstellung überdenken und zufriedener sein

Manchmal ist sparen einfach Kopfsache. Umweltbewusstsein übrigens auch. Das kennen wir auch von der Diskussion um die „Fridays for Future“-Bewegung, die sicher auch deswegen so kritisiert wird, weil das ganze leider manchmal ziemlich nach Verzicht klingt. Verzicht macht niemandem Freude, egal aus welchen Gründen. Wenn du dir denkst „ich hätte etwas gerne, aber ich kann es mir nicht leisten“, fühlt sich das nicht wirklich gut an. „Ich würde gerne, aber dann bin ich ne Umweltsau“ klingt genauso ungemütlich. Also dreh doch mal deine Gedanken um und denke positiv über das was du hast. Du hättest gerne einen neuen Laptop, weil der in der Werbung so toll ausgesehen hat, aber eigentlich ist er zu teuer? Was ist mit deinem aktuellen Laptop – funktioniert er noch? Er hat dich sicher schon lange treu begleitet und das eigentlich ganz schön zuverlässig – wäre doch schade wenn er jetzt einfach auf dem Elektroschrott landen würde. Und mit ein paar coolen Stickern und individueller Verzierung sieht er schon wieder wie neu aus – und außerdem einzigartig! Die Fernreise (sehnsüchtiger Gedanke: ooch, deine Freunde waren dort letztes Jahr und deren Eltern haben es sogar bezahlt!) würde zwei Monatsgehälter fressen (und fliegen ist umwelttechnisch nicht so prickelnd – autsch, schlechtes Gewissen)? Hey, in den heimischen Bergen ist es wunderschön – DAS haben deine Freunde definitiv verpasst (und nebenbei ersparst du dir lästige Formalitäten wie Zoll, Impfungen und Wartezeit am Flughafen – also mehr Erholung für dich!) – klingt doch schon viel besser und wird sich auch besser anfühlen! Das sind nur Beispiele, es funktioniert aber mit fast allem. Probier es einfach mal aus, vielleicht siehst du dein Leben und deine Möglichkeiten danach mit ganz anderen Augen. 

 


Ein bisschen Ausland darf es dennoch sein?

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Du siehst, sparen muss nicht unbedingt mühsam sein. Manchmal erfordert es ein wenig Ausdauer, Kreativität und vielleicht auch einen nicht ganz so einfachen persönlichen Umdenkprozess. Letztendlich kannst du aber nur profitieren – mit am Ende mehr Geld, einzigartigen Erfahrungen, und vielleicht sogar einem Beitrag zu einer besseren Welt für uns alle! 
 

Großkanzlei
Freshfields Bruckhaus Deringer LLP

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Über den Autor

Sonja Vass - Autorin bei TalentRocket

Sonja Vass

Sonja Vass studiert Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck und arbeitet hauptberuflich im Rettungsdienst, seit Februar 2019 ist sie als Autorin für TalentRocket tätig.

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