10 Tipps und Tricks um erfolgreich die mündliche Prüfung zu bestehen

So gelingt die erfolgreiche Vorbereitung


verfasst von Julia Maurer und veröffentlicht am 06.05.2020

 

Im Laufe des Studiums ist jeder Student früher oder später mit diesem einen Moment konfrontiert: lange hat man sich darauf vorbereitet, unzählige Male wurden Bücher und Skripten durchgegangen, Vorlesungen besucht und Lerngruppen gebildet und die Zeit der Vorbereitung scheint im Verhältnis zu dieser kurzen Zeit so endlos lang. Nun sitzt man mit schwitzigen Händen hier in diesem Raum, umringt von Kommilitonen, die nicht weniger zittern als man selbst. Der eigene Name wird aufgerufen und nur dieser eine Moment zählt, um zu brillieren. Die Zeit der mündlichen Prüfung ist gekommen und während man sich erhebt, um sich vor den Prüfer zu setzen, schwirren im Kopf lose Vokabel herum, die man vor lauter Nervosität gerade gar nicht einordnen kann. Ob gläubig oder nicht werden noch kurze Stoßgebete an etliche Götter geschickt, bevor es dann losgeht. 
 

Mündliche Prüfungen verlangen vieles ab von den Prüflingen. Nachdem die Schulkarriere und Matura erfolgreich absolviert wurde und der Einstieg ins Jusstudium geschafft ist, lassen die ersten Prüfungen in mündlicher Form nicht lange auf sich warten. Bald wird sich dann auch herausstellen, dass sich die Prüfungsmodalitäten gänzlich von den bisher gekannten unterscheiden. Gerade mündliche Prüfungen gibt es im Jusstudium zu Hauf und das ist auf jeden Fall ein Umstand, der einer Umgewöhnung bedarf. Wie bereitet man sich am besten auf eine solche Prüfung vor? Der Prüfungsstoff ist so breit gefächert und in 15 Minuten muss man sich von seiner besten Seite zeigen, sich die Nervosität nicht anmerken lassen und ganz entspannt wirken. Das ist auf jeden Fall viel verlangt. Aus diesem Grund beinhaltet dieser Artikel 10 Tipps und Tricks die mündliche Prüfung erfolgreich zu bestehen. 
 

1. Mit dem Prüfer auseinandersetzen 

Es gibt die Möglichkeit, den Professor schon vor der Prüfung kennenzulernen, denn die meisten Prüfer geben Seminare oder Vorlesungen. Es ist auf jeden Fall ratsam, diese Möglichkeit schon während des Semesters wahrzunehmen. Dadurch kann herausgefunden werden, worauf der Prüfer seinen Fokus legt und welche Themengebiete ihm wichtig sind. Es kommt auch nicht selten vor, dass der Professor in seinem Seminar Fälle bespricht, die er dann auch so, oder etwas abgeändert, zur Prüfung bringt.
 

Wer den Sachverhalt schon einmal gehört und im Zuge der Lehrveranstaltung vielleicht sogar ausgearbeitet hat, ist hier auf jeden Fall klar im Vorteil. Außerdem merken die meisten Prüfer, wie die Studenten gelernt haben. Es macht hier einen großen Unterschied, ob der Student still und leise Bücher gewälzt hat, oder schon einmal aktiv darüber gesprochen und sich damit auseinandergesetzt hat. 


Außerdem gibt es auf den meisten Institutsseiten Fragenkataloge des jeweiligen Prüfers. Viele Professoren raten davon ab, sich auf diese Kataloge und vor allem die Antworten darin zu verlassen. Hier ist wohl die richtige Mischung der Schlüssel zum Erfolg. Natürlich reicht es nicht, die Fragenkataloge stur auswendig zu lernen, da man so überhaupt kein Gespür für die Materie bekommt, aber man bekommt wohl ein Gefühl für die Art und Weise, wie der jeweilige Prüfer seine Fragen formuliert. Die Kataloge beinhalten in keinster Weise Gewähr auf Vollständigkeit, doch sind sie eine gute Ergänzung zu den herkömmlichen Lernmaterialen und werden die Fragen dann auch noch selbstständig ausgearbeitet, stellt dies eine gute Überprüfung des bisherigen Wissens dar. 
 


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2. Bei Prüfungen zuhören 

Auch dieser Tipp fällt in die Kategorie „sich mit dem Prüfer auseinandersetzen“. Es ist unheimlich hilfreich, bei Prüfungen von Kommilitonen anwesend zu sein, zuzuhören und mitzuschreiben. So bekommt man direkt ein Gefühl dafür, wie der Prüfer seine Fragen formuliert und was er hören möchte. Jedoch ist es auch hier wichtig nicht jedes Wort der Prüflinge für bare Münze zu nehmen. Auch wenn nicht alles, was der Prüfling sagt, zu 100% richtig ist, wird ihn der Prüfer nicht immer unterbrechen, um das Prüfungsgespräch aufrecht zu erhalten. Die mitgeschriebenen Prüfungsfragen stellen den besten Fragenkatalog dar und diese Fragen im Anschluss dann eigenständig zu beantworten und auszuarbeiten ist ebenfalls eine richtig gute Prüfungsvorbereitung um herauszufinden, wie gut der Lernstoff schon sitzt. 
 

3. Mündliche Prüfung simulieren

Nach dem Ausarbeiten des Fragenkatalogs muss dieser selbstverständlich nochmals wiederholt werden und zwar am besten laut. Die Antworten einmal laut formuliert vortragen zeigt nämlich auf, welche Formulierungen und Themengebiete einen aus der Fassung bringen einerseits und andererseits kann dies auch ein Gefühl der Sicherheit verschaffen, wenn die Fragen so tatsächlich in ganzen Sätzen beantwortet werden können.
 

Optimal wäre natürlich eine wahrheitsgetreue Simulation der Prüfung und vielleicht findet sich ja der ein oder andere Kommilitone, der zu Übungszwecken in die Rolle des Prüfers schlüpft. 

 

4. Lerngruppen bilden 

Ganz nach dem Motto „zusammen ist man weniger allein“ ist die Bildung von Lerngruppen ein effizienter Weg, um sich mit dem Prüfungsstoff auseinanderzusetzen. Noch offene Fragen können gemeinsam besprochen und beantwortet werden und außerdem ist es manchmal einfach auch beruhigend zu sehen, dass man nicht allein im Boot sitzt. Jeder Student lernt anders und so ist es sicherlich interessant und ebenso hilfreich, sich über verschiedene Lernmethoden auszutauschen, Zusammenfassungen zu vergleichen und Fragenkataloge zu ergänzen. 
 



 

5. Selbstbewusstes Auftreten

Klar, das ist leichter gesagt, als getan. Die akute Prüfungssituation lässt die Nerven flattern und vermittelt das Gefühl, dass all das Gelernte plötzlich in Vergessenheit geraten ist. Genau deshalb ist die Vorbereitung vor der Prüfung auch so essenziell. Prüfer sind in ihrem Beruf generell schon sehr versiert und spüren die Unsicherheiten ihrer Prüflinge sofort. Unsicherheit vermittelt den Eindruck, unvorbereitet zu sein. In gerade diesen Momenten ist es ungemein fundamental, ruhig zu bleiben und auf sich selbst zu vertrauen. Wichtig dabei ist, sich in Erinnerung zu rufen, dass das angesammelte Wissen nicht auf einen Schlag verschwunden ist, ruhig durchzuatmen und sich nur auf diesen konkreten Moment zu konzentrieren. 
 

6. Das äußere Erscheinungsbild 

Einen kompetenten Eindruck vermittelt man bei mündlichen Prüfungen ebenso durch angemessene Kleidung. Viele Prüfer setzen das auch voraus. Genauso wie sich Prüfer einen Anzug beziehungsweise ein Kostüm für den Tag der Prüfung anziehen, wird von den Prüflingen ein ordentliches äußeres Erscheinungsbild verlangt. Dies strahlt Professionalität und ebenso Wertschätzung gegenüber dem Prüfer und der gesamten Situation gegenüber aus. 
 

Auch die Körperhaltung spielt in der Prüfungssituation eine wichtige Rolle. Während des Prüfungsgesprächs sollte stets Augenkontakt gehalten werden. Auch wenn dies die Nervosität potenziell steigert, ist es wichtig, den Prüfer zu adressieren, um so ansatzweise ein Prüfungsgespräch führen zu können. 

 

7. Prüfungsfragen strukturieren

Dies ist wohl mitunter eine der größten Herausforderungen bei einer mündlichen Prüfung. Im Gegensatz dazu bietet die schriftliche Prüfung die Möglichkeit, bestimmte Sätze im Nachhinein nochmals zu korrigieren oder auszubessern oder die Frage ganzheitlich neu zu beantworten. Außerdem obliegt die Reihenfolge, in der die Fragen beantwortet werden gänzlich dem Prüfling. Dies ist bei einer mündlichen Prüfung nicht der Fall. Was zählt ist der erste Eindruck und dieser vermittelt dem Prüfer auch gleich einen Eindruck, wie gut die Frage beantwortet werden kann. Ratsam ist es daher auf jeden Fall, systematisch an die Beantwortung der Prüfungsfrage heranzugehen, hin und wieder Fachbegriffe einzustreuen und dabei den roten Faden nicht zu verlieren. Zuerst sollte die Frage grob einem Fachbereich zugeordnet werden sowie grundlegendes Fachvokabular definiert werden, um dem Prüfer so zu signalisieren, dass man auf der richtigen Spur ist, da die Prüfungsfragen oftmals sehr allgemein definiert werden. 
 


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8. Wichtig ist ein Prüfungsgespräch

Aus der Prüfungssituation soll sich ein Gespräch entwickeln und kein bloßes Frage-und-Antwort-Spiel. Natürlich wird vermehrt Zeit benötigt, um die Frage zu beantworten, doch auch diese Denkprozesse sollten in Worte gefasst werden, um dem Prüfer den eigenen Gedankengang zu erläutern und ihm somit auch keine Gelegenheit zu geben, eine neue Frage zu stellen. Lange Denkpausen vermitteln den Eindruck, die Frage nicht beantworten zu können und um diesem Eindruck entgegenzuwirken, sollte gleich verbal auf die Frage reagiert werden. 
 

9. Um Bedenkzeit bitten

Trotz guter Vorbereitung kann es trotzdem passieren, dass eine Frage nicht auf der Stelle beantwortet werden kann. In so einem Fall dürfen auf keinen Fall die Nerven weggeschmissen werden. Im Idealfall verschafft schon der Griff zur Wasserflasche um einen Schluck zu trinken etwas Zeit. Ansonsten ist es ratsam den Prüfer zu bitten die Frage anders zu stellen oder mit Fragen wie „Habe ich das richtig verstanden, dass…“ oder „Meinen Sie…?“ zu zeigen, dass sehr wohl Wissen zu diesem Gebiet vorhanden ist und nur eine kleine Hilfestellung benötigt wird. 
 

10. Freundlichkeit hilft 

Auch wenn die Prüfungssituation unangenehm sein kann, der Prüfer ungeduldig werden kann oder sonstige kleine Pannen geschehen, ist es überaus wichtig, stets freundlich und höflich zu bleiben. Da es sich doch um ein Gespräch nur zwischen Prüfer und Student handelt, sollte stets Augenkontakt gehalten werden. Auch ein Lächeln zwischendurch schadet nicht und hinterlässt einen guten Eindruck. Außerdem hat es auch den positiven Nebeneffekt, dass es sich auf das eigene Wohlgefühl auswirkt und die Situation entspannter macht. 
 

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Über den Autor

Julia Maurer - TalentRocket Autorin

Julia Maurer

Julia Maurer hat 2019 ihren Bachelor in Publizistik und Komunikationswissenschaft abgeschlossen und studiert im 5. Semester Rechtswissenschaften am Juridicum in Wien. Seit 2018 ist sie als Autorin für TalentRocket tätig.

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